Erstellt am 06. April 2016, 05:04

von David Aichinger

"Kiefeln an Finanzierung". Mistelbach-Mustangs-Obmann Erich Stubenvoll jun. sprach mit der NÖN über die erste Saison seiner zweiten Amtszeit, die Bundesliga-Zukunft des Vereins und den Nachwuchs.

Erich Stubenvoll jun. (Bild) steht den Mistelbach Mustangs vor.  |  NOEN, privat

NÖN: Die Herren-Saison ist vergangene Woche leider mit dem Viertelfinal-Aus zu Ende gegangen. Welche Bilanz zieht der Obmann über die Spielzeit 2015/16?

Erich Stubenvoll: Wir waren guter Hoffnung, dass wir es weiter schaffen, hatten aber leider den falschen Gegner. Ich glaube, dass die Mannschaft grundsätzlich gut aufgestellt war, durch die Verletzung von Deimel hatten wir aber nie einen echten Center. Wir haben gehofft, dass er sich erholt, aber mit einem Bandscheibenvorfall ist nicht zu spaßen, und um einen zusätzlichen Spieler zu holen, fehlen uns schlichtweg die Mittel. Mit einem Center hätten wir glaube ich gute Chancen gehabt, sogar aufs Finale. Im Basketball zählt halt auch die Größe.

Wenn es am Spielfeld endet, beginnt für die Funktionäre meist die heißeste Phase des Jahres. Was kommt in den nächsten Wochen auf Sie zu?

Stubenvoll: Es ist eine unglaublich heiße Phase. Wir stecken unheimlich viel Energie in den Nachwuchs, dürfen da bei der U10, die bis jetzt ungeschlagen ist, den Final-Day ausrichten, was eine Auszeichnung ist. Da ist die Arbeit also nicht zu Ende, das wird halt oft nicht so gesehen. Natürlich stecken wir aber auch sehr viel Energie in die Planung der nächsten Saison. Wobei ich gleich sagen muss, dass ich da noch nicht viel sagen kann. Derzeit ist es so, dass wir noch an der Finanzierung kiefeln. In einer Zeit wie dieser und einer Stadt wie Mistelbach ein Budget für diese Liga aufzustellen, ist irrsinnig schwierig. Wir reden da von erheblichen Summen.

Der Spitzen-Basketball in Mistelbach ist also in Gefahr?!

Stubenvoll: Natürlich wollen wir Spitzen-Basketball spielen, aber das kann ich nicht, wenn ich mich dabei verschulden muss. Wir haben seit einigen Jahren keinen großen Hauptsponsor, das fehlt uns einfach sehr. Die wirtschaftlichen Bedingungen müssen einfach passen. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass wir das schaffen, aber derzeit ist es noch nicht fix.

Sie haben es bereits angesprochen: Abseits der Herren stellt ihr neun weitere Teams und zwei Gruppen für die ganz Kleinen. Die Säule der „breiten Basis“ dürfte nach Wunsch funktionieren ...

Stubenvoll: Ich sage voller Stolz, dass wir einer der erfolgreichsten Sportvereine im Weinviertel sind, vor allem, was die Menge der trainierenden Kinder angeht. Wir stecken aber auch viel Energie in die Trainerausbildung, schauen, Spieler aus dem eigenen Kader dafür zu gewinnen. Das funktioniert ganz gut.

Bei Ihrem Antritt haben Sie zwei weitere Ziele genannt: ein Fundament mit soliden Finanzen und verstärkte Präsenz in der Öffentlichkeit. Jeder im Weinviertel sollte die Mustangs kennen. Wie läuft es sieben Monate später?

Stubenvoll: Wir haben es in einer Saison schon geschafft, dass wir die Finanzen ordnen, aber wir sind noch nicht da, wo wir hin müssen. An der Präsenz müssen wir auch noch arbeiten. Vereinzelt haben wir es schon geschafft, eine sensationelle Stimmung zu erzeugen, das ist aber noch nicht die Regel. Wir müssen viel Marketing-Aufwand betreiben, um die Halle in einen Hexenkessel zu verwandeln. Da ist also noch Luft nach oben.