Erstellt am 04. November 2015, 05:02

von Peter Sonnenberg

Lähmung getrotzt. Ungerndorfs Thomas Appel (35) absolvierte nach seiner Gesichtslähmung den Amsterdam-Marathon – trotz Schwierigkeiten.

Unterstützung. Der Ungerndorfer Thomas Appel (Mitte) wurde auch von den vielen Helfern entlang der Strecke in Amsterdam angefeuert.  |  NOEN, privat

Acht Wochen Vorbereitungsprogramm und „acht Wochen ohne Alkohol (lacht)“, so beschreibt der Ungerndorfer Thomas Appel seinen Fahrplan für den Amsterdam-Marathon.

Dieser sollte der positive Abschluss eines turbulenten Sportjahrs für den 35-jährigen Ausdauersportler werden. Erlitt er doch im Februar nach einer übergangenen Grippe eine Gesichtslähmung, die ihn bis heute beeinträchtigt. Dennoch schlüpfte er relativ bald wieder in die Laufschuhe, der Marathon sollte sein Comeback krönen.

Unglücklicherweise spielte das Wetter nicht mit, sieben Grad und Dauerregen sorgten für extrem schwierige Bedingungen. Appels Zielzeit lag bei etwa 3:30 Stunden und bis zur Halbzeit des Rennens (= 21 Kilometer) lag er auch voll im Soll. Dann sorgten zu kalte Getränke bei der Labestation für Bauchkrämpfe, die dazu führten, dass er Laufpausen einlegen musste. „Auch weil ich mich zweimal übergeben musste“, wie sich Appel schaudernd zurückerinnert.

So musste er am Ende froh sein, überhaupt das Ziel erreicht zu haben. Mit einer Zeit von 3:40:24 wurde dennoch positiv Bilanz gezogen: „Ich bin trotzdem froh und stolz, das Ziel erreicht zu haben, vor allem, da ich nicht aufgab“, schilderte er seine Eindrücke vom 14. Marathonstart. „Aber für mich gibt es keine Ziellinie. Ein Rennen endet, meine Begeisterung nicht!“