Erstellt am 10. Dezember 2015, 05:03

von Ingrid Fröschl-Wendt

Neuer Verein gegründet. Ortsvorsteher Thomas Gruss und ein dutzend Jungkicker zwischen 15 und 30 Jahren gründeten auf der verwaisten Sportanlage einen neuen, reinen Hobbyklub.

Zwischen 15 und 30 Jahre alt sind die Mitglieder des jungen Fußballvereines aus Wulzeshofen. Am Bild: Marcel Hacker, Christoph Wasser, Ortsvorsteher Thomas Gruss, Vize-Obmann Andreas Führinger, Obmann Dominik Wollner, Sebastian Mayer, Robert Ollrom, Franz Philipp Mayer, Erich Groll, Sportstadtrat Christian Nikodym (hinten von links); Michael Haas, Michael Bauer, Benjamin Weigl, Harald Jakisch und Andreas Bauer.  |  NOEN, Ingrid Fröschl

„Als ich zufällig am Sportplatz vorbeigekommen bin, hab‘ ich die Burschen nach dem Spielen verschwitzt auf der Betonstiege sitzen gesehen. Dabei hätten wir so ein schönes Sporthaus, aber da konnten sie ja nicht rein.“ Dem Wulzeshofer Ortsvorsteher Thomas Gruss taten die jungen Hobby-Kicker leid, vor allem angesichts eines verschlossenen Sporthauses mit Umkleide- und Sanitärräumen.

Doch das alles hatte dem Wulzeshofer Sportverein gehört, der sich im Frühjahr mangels Mitglieder aufgelöst hatte. Nach erfolgreichen Jahren dünnte der Verein immer weiter aus, spielte zum Schluss in Hanfthal und erstarb im Frühjahr ganz. Was übrig blieb, war eine Sportanlage, deren Rasenfläche von Jugend lichen aus dem Ort zum Spaß genutzt wurde.

Das brachte den Ortsvorsteher auf eine Idee: Warum den Sportplatz nicht wieder mit den Hobby-Spielern neu beleben? Großzügig bot er sich als Präsident an, der sich um ihre Sorgen und Nöte kümmern wolle und animierte die Jugendlichen, einen Verein zu gründen. Damit konnte auch das Sporthaus wieder reaktiviert werden. Und demnächst will Gruss ebenso die Zuschauer-Tribüne, die seit Jahren vor sich hin gammelt, wieder flott bekommen.

Den Jugendlichen gefällt es. In den alten Verein, der einst Meisterschaften spielte, hätten sie nie hineingepasst. Dazu gehört ein anderer Trainingsaufwand. Jetzt sind sie ein bunter Haufen zwischen 15 und 30 Jahren, die einfach aus Spaß Fußball spielen. Ohne Druck. Und sich eventuell einmal mit der Mannschaft aus dem Nachbardorf ein Match liefern.

„Nur wenn die Jugendlichen gerne hier leben, wenn sie gut im Ort und in Vereinen integriert sind, bleiben sie auch da, gründen hier Familien“, weiß er aus Erfahrung. „Schließlich muss ein Lokalpolitiker auch an die Zukunft denken“, so Gruss.