Erstellt am 06. Juli 2016, 03:19

von Peter Sonnenberg

Traum vom Profi. Die in Spanien lebende Anna Kiesenhofer aus Niederkreuzstetten holte sich den Vizestaatsmeistertitel im Einzelzeitfahren.

Siegerin. Anna Kiesenhofer jubelte Ende Juni in Frankreich.  |  NOEN, privat

Für ein Ausrufezeichen sorgte die gebürtige Niederkreuz stetterin Anna Kiesenhofer bei der Rad-Staatsmeisterschaft im Einzelzeitfahren in Neumarkt am Wallersee in Salzburg. Die 25-jährige Kiesenhofer holte sich den zweiten Platz, geschlagen nur von Martina Ritter, der mehrfachen Staatsmeisterin und Österreichs einziger für Olympia nominierten Radsportlerin. Die hügelige, 19 Kilo meter lange Strecke absolvierte Kiesenhofer in einer Zeit von 27,40 Minuten und mit einem Schnitt von 41,2 km/h.

„Ehrlich gesagt war ich nicht überrascht, da ich wusste, dass ich auch auf internationalem Niveau konkurrenzfähig bin. Ich fahre mit einem Wattmessgerät, kann meine Leistung daher objektiv einschätzen und hatte mir auch im Vorfeld schon meine voraussichtliche Zeit ausgerechnet. Von Ritter wusste ich, dass sie extrem stark ist und ich nur wenig Chance hatte, sie zu schlagen.“ In Österreich war sie bisher im Elite radsport unbekannt.

Kiesenhofer: „Will vom Radsport leben können“

Ganz anders in Spanien, wo sie in Barcelona Mathematik studiert und sich bei nationalen Rennen schon unter den Besten etablierte: Derzeit führt sie die spanische Bundesliga (Copa de Espana) an und ist katalanische Straßen- und Zeitfahrmeisterin.

Und sie will in Zukunft noch mehr: Für September hat die 25-Jährige eine Einladung zu einem UCI-Etappenrennen in Frankreich erhalten, wo sie sich mich mit den besten Profis der Welt messen kann. „Mit der Vorbereitung dafür werde ich nach einer kurzen Pause schon in den nächsten Tagen beginnen. Für kommendes Jahr hoffe ich dann, ein gutes Profiteam zu finden und bei international wichtigen Rennen am Start zu stehen.“ Und sie wird vielleicht bald wieder in der Heimat zu sehen sein: „Als längerfristiges Ziel habe ich die WM 2018, die in Österreich stattfinden wird, im Hinterkopf.“

Es wäre natürlich der Traum von Kiesenhofer, sich nach dem Studium vorübergehend ganz dem Radfahren zu widmen. „Ich möchte gegen Ende der Saison versuchen, mich bei Profi-Teams zu bewerben. Gerade im Frauenradsport ist es aber sehr schwer, das Radfahren vollberuflich auszuüben; soweit ich weiß ist die Bezahlung nur in den allerbesten Teams aus reichend“, weiß Kiesenhofer. „Und um in ein solches Team zu kommen, muss die Leistung natürlich dementsprechend sein. Da fehlt mir noch einiges. Aber ich habe Potenzial.“