Erstellt am 22. September 2015, 11:11

von Sven Förster

Drama um Sahinovic. Das junge SUM-Talent ist nach Verkehrsunglück in Baku querschnittsgelähmt.

 |  NOEN, zvg

Die Synchronschwimmerin Vanessa Sahinovic aus Wr. Neudorf wurde im Vorfeld der Europaspiele in Baku im Juni von einem Bus überrollt. Nach monatelangem Bangen haben sich nun die Befürchtungen bestätigt: die 16-jährige ist querschnittsgelähmt.



„Da fehlen einem die Worte“, kommentiert Mödlings Sportstadtrat Robert Mayer, ÖVP, das Unglück, bei dem ein Busfahrer mitten im Athletendorf in die Synchronschwimmerinnen raste.

Stadtrat Meyer: „Lassen Vanessa nicht fallen“

„Wir bekennen uns ganz klar zu Vanessa, die ja auch für einen lokalen Verein an den Start gegangen ist“, stellt Mayer klar. Und er setzt nach: „Wir lassen unsere Sportler nicht fallen.“ Angedacht ist zum jetzigen Zeitpunkt eine Charity-Aktion unter Einbeziehung mehrerer Vereine des Bezirks.

Genaueres wird aber erst nach dem kommenden Sportstammtisch feststehen. Neben der Bezirks- hat auch die Bundeshauptstadt die Möglichkeit, ein Zeichen zu setzen: Am 7. Oktober soll im Rahmen eines Weltrekordversuchs das größte Herz aus Menschen gebildet werden. Ziel ist es, auf die Schicksale von Sahinovic und der ebenfalls querschnittsgelähmten Stabhochspringerin Kira Grünberg aufmerksam zu machen.

„Was mit Vanessa passiert ist, ist unglaublich tragisch. Aber wir sollten auch die anderen Betroffenen des Unglücks nicht vergessen“, mahnt indes Nicole Gamauf von der SUM. Tatsächlich erfasste der Bus auch Vereinskollegin Raffaela Breit sowie die Wienerin Luna Pajer.

Die übrigen SUM-Talente Vanessa Gamauf und Verena Breit wurden vom Fahrzeug zwar denkbar knapp verfehlt, sind aber verständlicherweise nach wie vor mitgenommen von den Ereignissen. Umso höher ist die Leistung der heimischen Abordnung bei den Europaspielen einzuschätzen: In der Kombination holte die dezimierte Truppe Rang 13 — und wurde dazu mit Standing ovations von der gesamten Halle beglückwünscht.


Hintergrund

  • Das Unglück: Am 11. Juni wurden Vanessa Sahinovic, Raffaela Breit und Luna Pajer im Vorfeld der Europaspiele von einem Bus erfasst. Der Lenker verlor aus bis heute nicht gänzlich geklärter Ursache im Athletendorf von Baku die Kontrolle über das Fahrzeug und riss die am Gehsteig marschierenden Synchronschwimmerinnen mit. Vanessa Gamauf und Verena Breit blieben dabei haarscharf verschont.

  • Der weitere Verlauf der Spiele: Das heimische Team musste danach die Teilnahme an der Team-Kür absagen, in der Kombination trat man dank einer Ausnahmegenehmigung zu sechst statt zu acht an und holte den tollen 13. Rang.

  • Vanessas Schicksal: Die am schwersten verletzte Athletin Vanessa Sahinovic erlitt einen Bruch des 12. Brustwirbels und ist seither querschnittsgelähmt. Die 16-Jährige wird in dieser Woche nach Bad Häring verlegt, wo sie mit der Rehabilitation beginnt.