Erstellt am 13. Januar 2016, 05:53

von Jakob Kahl

SC Mödling plant die Rückkehr. Mödling-Obmann Michael Kanyka will wieder eine Kampfmannschaft stellen, muss aber Geduld beweisen.

SC Mödling-Obmann Michael Kanyka hofft auf eine baldige Rückkehr seines Vereins in den Ligabetrieb. Dafür benötige es aber eine funktionierende Jugend und vor allem Geld.  |  NOEN, Dworak
Admira Wacker entstand 1905 aus einer Fusion zweier Traditionsvereine: der Admira aus Floridsdorf und dem SC Wacker aus Meidling. Admira heißt „bewundere“, und wacker bedeutet „tapfer“. „Bewundere die Tapferkeit“ trifft nicht nur auf den Fünften der Bundesliga zu, sondern auch auf den SC Mödling, der bei dem Anschluss des VfB an Admira Wacker entstand. Der gescholtene Fußballklub musste nach einer katastrophalen Saison, die mit einem 2:42 gegen Unterwaltersdorf endete, die Nennung für die 2. Klasse Ost-Mitte zurückziehen.

Die Stadt hatte die Trauerspiele satt und erteilte der eigenen Mannschaft Stadionverbot. „Ich bekenne mich zum Sport und insbesondere zum Fußball in Mödling. Meine Tür steht offen, wenn es ein entsprechendes Konzept gibt“, hatte Sportstadtrat Robert Mayer, ÖVP, gesagt. Jetzt wird auf einen Neuanfang gehofft.

Warten auf Geld und die eigene Jugend

Die zwölf verbliebenen Spieler halten sich bei einer Kleinfeldmeisterschaft im Norden Wiens fit. „An eine Reserve denke ich noch nicht“, beginnt Michael Kanyka seine Kaderplanung zu erklären, „aber auf zwanzig Kicker werden wir schon kommen“, versichert der Trainer, Obmann und gelegentliche Abwehrchef der Bezirkshauptstädter.

Mit vier Siegen aus zehn Partien haben sich die Rotweißen auf Position acht im Juxbewerb eingependelt. Rehabilitiert sieht sich der Mann, der hinter dem Verein steht, aber noch nicht. Der Rückkehr in den Herrenfußball steht Kanyka skeptisch gegenüber: „Wir stehen zwar in Verhandlungen mit Mödlings Bürgermeister Hans Stefan Hintner, aber wir müssen schwer realisierbare Kriterien erfüllen.“
Jedenfalls eingereicht ist der Förderungsantrag. Ob der SC Mödling tatsächlich wieder mit der Kampfmannschaft im Mödlinger Stadion einlaufen wird, bleibt ungeklärt.

Monetäre Unterstützung von Sponsoren

Zu den öffentlichen Geldern soll monetäre Unterstützung von Sponsoren kommen – nur die ist rar für den Dauerabonnenten auf den letzten Platz in der untersten Spielklasse. „Ohne Geld spielt es keine Musik“, weiß Kanyka, „ich verteufle die Fußballer nicht, die dorthin gehen, wo die Musik spielt, gut gezahlt wird, auch wenn es in der letzten Klasse ist.“ Sollten sich die Stadt Mödling oder der Niederösterreichische Fußballverband gegen die Wiederaufnahme des Sportclubs aussprechen, baut der Obmann auf die Spieler von Morgen.

Die U14 schlägt sich wacker und wenn die kindlichen Talente am Ball bleiben, wird die Zukunft der Rotweißen wieder rosiger, glaubt Kanyka: „Wenn wir nicht begnadigt werden, um wieder den Spielbetrieb aufnehmen zu können, wartet der SC Mödling noch zwei Jahre, bis die jetzigen Nachwuchsspieler für den Herrenfußball gewappnet sind.“