Erstellt am 29. Februar 2016, 13:13

von Ernst Klement und Claus Stumpfer

Bresnik-Schützling am Weg unter die Top-10. Nach zweitem Turniersieg in dieser Saison, seinem ersten auf Hartplatz, ist Dominic Thiem bereits Nummer 14 der Welt.

Dominic Thiem mit Sombrero und Siegestrophy nach dem sensatioenllen Triumph in Acapulco.  |  NOEN, APA

Die grandiose Dominic-Thiem-Show ging beim ATP-500-er-Turnier in Acapulco weiter und selbst sein Coach, der Innermanzinger Günther Bresnik, zeigte sich beeindruckt: „Es ist schon großartig, wie er alle Strapazen wegsteckt und derzeit einfach jedes Match grandios spielt!“

Im Viertelfinale und Halbfinale von Acapulco lieferte er gegen Grigor Dimitrow beziehungsweise Sam Querrey wieder sein bestes Tennis ab, den US-Boy, zuletzt Sieger von Delray Beach, schoss er mit 6:2, 6:2 förmlich vom Platz.

Weitere Gustostückerl seines Könnens gab’s dann auch im Finale, bei dem der 22-jährige Lichtenwörther den australischen Aufschlagspezialisten Bernard Tomic 7:6 (8/6), 4:6, 6:3 bezwingen konnte. Für Thiem war es der fünfte Turniersieg nach Nizza, Umag und Gstaad im Vorjahr sowie Buenos Aires vor zwei Wochen. Er hat damit nun ebenso viele Erfolge wie Jürgen Melzer vorzuweisen.

„Wir werden hoffentlich noch weitere Finali bestreiten, heute war ich der Glücklichere“, meinte Thiem beim Siegerinterview mit Sombrero zu Tomic. Mexiko machte er eine Liebeserklärung: „Hier habe ich schon Jugendturniere gewonnen, jetzt mein erstes 500-er und auf Hartplatz — das ist besonders!“

Schlechten Start ins Spiel gut weggesteckt

Dabei hatte Österreichs Nummer eins im Finale Anlaufprobleme, kassierte gleich den Aufschlagverlust zum 1:3. Im Tiebreak vergab er bei 6:5 einen Satzball, verwerte aber nach 46 Minuten seinen zweiten. Im zweiten Satz kassierte Thiem das Break zum 2:3 und konnte im achten Game ebenso wenig einen Breakball nutzen, wie zwei weitere bei seinem nächsten Servicegame.

Im Entscheidungssatz geriet Thiemwieder in Rückstand, war diesmal aber gleich selbst mit dem ersten Breakball erfolgreich. Tomic zeigte Nerven und Thiem feierte nach 1:55 Stunden seinen bisher größten Erfolg. 33 unerzwungenen Fehlern (35 bei Tomic) standen bei Thiem 22 Asse (Tomic acht) sowie 45 Winner (27) gegenüber. In der Weltrangliste gibt es die Verbesserung um einen Rang auf 14. Im „ATP Race“, das im Herbst vor der Vergabe der acht Plätze für die ATP-World-Tour-Finals bedeutend ist, liegt Thiem hinter dem Weltranglistenersten Novak Djokovic und Andy Murray aktuell an der dritten Stelle.

Nach bislang 18 Siegen in dieser Saison soll Thiem am Wochenende auch beim Daviscup-Länderkampf in Guimaraes gegen Portugal die nötigen Siege holen. Aufgrund der Strapazen hatte Bresnik seinen Schützling überreden wollen, auf den Daviscup zu verzichten, doch Thiem entschied sich anders. „Ich werde nicht gegen seinen Willen entscheiden“, gab der Innermanzinger grünes Licht, obwohl sofort danach die 1000-er Turniere in Indian Wells und Miami stattfinden. Mit Dennis Novak steigt ein zweiter Bresnik-Schüler im Daviscup in den Ring.