Erstellt am 29. Dezember 2015, 05:03

Die zehn größten Sport-Erfolge 2015. Von Karate-Gold für Funda Celo über Tennis-Highlights dank Günter Bresnik und Neulengbachs Comeback im Frauenfußball: In der Region gab‘s viel Grund zum Jubeln.

Zweiter EM-Titel in Serie. Neulengbachs Karatehoffnung Funda Celo ist bei der Europameisterschaft in Luxemburg nicht zu stoppen - auch nicht von der eigenen Schwester.«  |  NOEN, privat

EM-Titel für Celo

Bei den heuer in Luxemburg durchgeführten Wadokai-Europameisterschaften, hat die 13-jährige Neulengbacherin Funda Celo wieder ihre Extraklasse unter Beweis gestellt. Zum zweiten Mal hintereinander gewinnt sie Karate-Gold für Österreich. Fast noch sensationeller ist die Leistung ihrer jüngeren Schwester Isra, die sich im Bewerb „Kata Female U14“ hinter Funda Cela Platz zwei holt. Trainer Anton Jäger gerät ins Schwärmet: „Ein Wahnsinn, dass sie hier beide am Treppchen stehen!“
 

Bronze mit Verspätung

Drei Jahre lang muss Beate Schrott auf ihrem EM-Medaille warten. Als ursprüngliche Vierte bei den kontinentalen Meisterschaften 2012 in Helsinki rückte die Niederösterreicherin mit Wurzeln in Anzbach nach der Dopingverfehlung der ursprünglich erstplatzierten Türkin Nevin Yanit auf Platz drei vor. In ihrer Heimatstadt bekommt die Union-Athletin Edelmetall nachgereicht. „Ein toller Moment“, zeigt sich Schrott gerührt. Es ist die dritte EM-Medaille für NÖ in der Leichtathletikgeschichte nach Maria Sykora und Liese Prokop.
 

Überraschung im Herbst

Die Neulengbacher Fußballfrauen überwintern auf Platz zwei in der Frauen-Bundesliga. Enttäuschend für den langjährigen Dominator der Szene? Nicht nach den Ereignissen im Frühjahr. Blenden wir zurück: Im April hängt die Zukunft des Frauenfußballs in Wienerwald am seidenen Faden – ohne Hauptsponsor, ohne Vorstand. Obmann Walter Begusch kann aus gesundheitlichen Gründen nicht weitermachen.

Erst im letzten Moment findet sich eine Lösung – mit Alexander Achterberg als Frauen-Chef und der Rückkehr unter’s gemeinsame Dach mit den Männern. Trotz schmerzhafter Abgänge praktisch aller Routiniers gelingt’s im Sommer eine junge, schlagkräftige Truppe zusammenzustellen. Mit dieser auf Champions-League-Kurs zu überwintern, ist nicht nur für Achterberg „der helle Wahnsinn“.


Thiems Erfolgsfaktor

Der heißt Günter Bresnik. Wie kaum ein anderer zeigt der Erfolgscoach aus Innermanzing ein „Händchen“ für hochveranlagte Tennis-Spieler. Den Niederösterreicher Dominic Thiem formt Bresnik Schritt für Schritt zum Klassemann, führt seinen Schützling bis auf Rang 20 der Weltrangliste. Drei Turniersiege heimst der Lichtenwörther ein. Bresnik hält den Ball weiter flach: „Dominic hat noch viel zu lernen.“
 

Laabnerin trifft und trifft

Ein unglaubliches Sportjahr geht für die Laabnerin Angelika Praschl-Bichler mit einem fulminanten Triumph zu Ende. Nach ihrem Sieg im Compak Sporting in Wr. Neustadt holt sich die Schützin des SV Laaben auch den Staatsmeistertitel im Jagdparcours-Bewerb. „So kann es ruhig weitergehen“, schmunzelt Praschl-Bichler.


Gstöttner schreibt Geschichte

Der 19-jährige Neulengbacher Andreas Gstöttner liefert im September die beste Weltcup-Platzierung ab, die je ein österreichischer Bogenschütze geschafft hat. Erst im Achtelfinale muss Gstöttner im Weltklassefeld die Segel streichen, belegt den ausgezeichneten neunten Rang.

Mit der Mannschaft reicht es sogar zu Platz fünf. Einen Wermutstropfen muss der Wienerwalder allerdings schlucken. Der beachtliche 47. Rang bei der Weltmeisterschaft in Kopenhagen reicht vorerst noch nicht für die Olympia-Qualifikation.


WM für die Rekordbücher

Die heimischen Mattenasse räumen bei der Jiu-Jitsu-Weltmeisterschaft ab wie noch nie. Erstmals gegen alle drei Duo-Titel an einen Verband – und an einen Verein. Mirnesa und Mirneta Becirovic führen mit zwei WM-Titeln (Duo klassisch sowie Gold im erstmals ausgetragenen Duo-Show-System-Bewerb) die Pressbaumer Phalanx an. Philippe Bleyer (Eichgraben) und Andrea Gruber (Gablitz) setzen mit Gold im Duo-Mix noch einen drauf.
 

„Versilberter“ Skistern

Nur hauchdünn muss sich die Raipoltenbacherin Christa Doupovec – sie startet für den USC Lilienfeld – im Raika-Kindercup ihrer ewigen Skirivalin Viktoria Fahrnberger aus Frankenfels geschlagen geben. In der Endabrechnung entscheiden gerade einmal fünf Zähler den Kampf um die Plätze eins und zwei.


Parmas steiler Aufstieg

Der für die Naturfreunde Eichgraben kletternde Georg Parma gewinnt den Jugendeuropacup im Leader-Klettern. Platz drei beim Finale in Mitterndorf reicht ihm „locker“ zum Gesamtsieg. Da hat Parma seine erste Goldene bei Staatsmeisterschaften schon in der Tasche.

Bei den Titelkämpfen bezwingt der 18-jährige Eichgrabener den favorisierten Mario Lechner. Parma wird, gemeinsam mit Jessica Pilz, als wohl größtes Talent der heimischen Sportkletterszene gehandelt.


Schlagkräftige Ladies

Erst seine vierte Rallyecross-Saison fährt Stefan Bracher (MSRR Neulengbach) und gehört schon zur heimischen Spitze. Sein persönliches Saisonhighlight setzt er beim Staatsmeisterschaftslauf in Fuglau – mit dem zweiten Platz in der Klasse bis 2000 Kubikzentimeter. Besser hat Bracher noch nie in seiner noch jungen Karriere abgeschnitten.