Erstellt am 21. Juni 2016, 09:13

von Claus Stumpfer

Gstöttner verpasst Olympiaqualifikation. St. Christophener schafft im türkischen Antalya, wie alle seine Nationalteamskollegen, die Hürde für Rio knapp nicht.

 |  NOEN, zVg

Laurence Baldauff bleibt Österreichs einziger Beitrag bei den Olympiabewerben der Bogenschützen in Rio de Janeiro. Die letzte Chance auf einen Einzelplatz bei den Herren hat der St. Christophener Andreas Gstöttner vom Union Club Artemis am Freitag beim Weltcup in Antalya vergeben. Die erforderliche Top-Fünf-Platzierung wurde im Quotenplatzbewerb aber auch von Alexander Bertschler und Dominik Irrasch recht klar verfehlt. „Irgendwie haben wir jetzt im Frühjahr nicht mehr ganz an die Topleistungen im Herbst anknüpfen können, und dieses eine Resultat, dass den Start in Rio möglich gemacht hätte, nicht mehr erbracht“, ärgert sich Gstöttner.

Das Feld in der Türkei war aber extrem stark und es gab sogar mehr Starter als bei der WM in Kopenhagen — 85 Nationen waren vertreten! „Fünf Ringe Unterschied und man war 20 Plätze weiter hinten“, stöhnte Gstöttner, der gleich in seiner ersten Elimationsrunde auf die Nummer drei der Welt, Sjef van der Berg, traf.

„Ich lieferte zwar ein gutes Match, aber zum Siegen war es zu wenig“, musste er sich 3 :7 geschlagen geben. In der Elimination zum Quotenplatz ging es dann gegen den Ungarn Csaba Gajados, gegen den es ein 2:6 gab. Im Teambewerb kamen Gösttner und Co gar nicht in die Eliminationsrunden — Rang 18 von 47 Teams, um zwei Ringe den erfordelichen 16. Platz verpasst.

Beim österreichischen Verband (ÖBSV) vertraut Trainer Samo Medved aber weiterhin seinen Youngsters. Die Olympischen Spiele kamen für unsere jungen Athleten noch zu früh“, strebt er nun mit einen kontinuierlichen Aufbau für die Spiele 2020 in Tokio an. „Dann ist die Zeit für Gstöttner und Bertschler sicher reif“, gibt sich Medved zuversichtlich.

Und auch Gstöttner hat die Niederlage schon verdaut. „Natürlich bin ich enttäuscht, aber vor zwei Jahren hätte niemand gedacht, dass wir soweit kommen, Erwartungen und Druck waren jetzt schon groß. Für Gstöttner geht es diese Woche nämlich auch um die mündliche Matura an. „Die letzten Monate waren nicht leicht, denn im Hinterkopf schwirrte auch immer wieder die Schule herum.“