Erstellt am 07. Juni 2016, 05:25

von Ernst Klement und Wolfgang Wallner

"Mehr Zeit mit Thiem als mit den Kids". Günter Bresnik führt Schützling Dominic Thiem zu neuen Höhenflügen.

Der Innermanzinger Günter Bresnik war bereits zweimal österreichischer Daviscup-Kapitän.  |  NOEN, privat

Auch im Laabental wurden die Daumen gedrückt. Auch seine Freunde aus dem Laabental drückten während der French Open Günther Bresnik die Daumen und freuten sich mit über die Weltklasseleistung von Dominic Thiem mit. Bis ins Halbfinale gegen Superstar Novak Djokovic stieß der Niederösterreicher mit. Ein echtes Highlight auch für den Innermanzinger Erfolgscoach. Der auch in der Stunde des großen Erfolges nicht auf seine Freunde zuhause vergisst.

SMS aus Paris für die Freunde zuhause

Sein Freund Helmut Scheuch: „Sofort nach dem Sieg von Thiem gegen Goffin schickte ich ihm ein SMS und gratulierte und meinte , dass er im Fernsehen mehr lächeln könnte. Wenige Minuten später schrieb mir Günther schon aus Paris per SMS zurück.

Bresniks Lauffreund Peter Praschl Bichler feierte seinen 70. Geburtstag: „ Günter entschuldigte sich aus Paris, dass er nicht zur Geburtstagsfeier nach Laaben kommen kann. Die Gründe sind hinlänglich bekannt“ lächelt Peter Praschl-Bichler.

Diese Bodenständigkeit macht Bresnik aus. Auch in der Arbeit mit dem jungen Österreicher. So weiß Thiem, wem er seine gute Erziehung verdankt: „Natürlich meinen Eltern, aber vor allem Günther Bresnik, denn in meiner Kindheit habe ich oft Günther mehr gesehen als meine Eltern.“

Bresnik schlüpfte fast in die Rolle eines Adoptivvaters. „Mit Dominic verbringe ich mehr Zeit als mit meinen Kindern“, schmunzelt der Innermanzinger, „der Kontakt ist eng, weil seit ich mit ihm trainiere sein Vater mein bester Freund ist.“ Auch mit der Mutter Karin und dem kleinen Bruder Dominics, Moritz, ist Bresnik eng verbunden. „Wir haben uns in den letzten Jahren auch privat viel gesehen, sie waren auch bei meiner Hochzeit. Da ist natürlich ein besonderes Verhältnis.“

„Mit Familie Thiem verbindet mich ein ganz besonderes Verhältnis.“ Günter Bresnik - mehr als „nur“ der Trainer von Weltklassemann Dominic Thiem.

Bresnik hat im Verlauf seiner rund 30-jährigen Karriere als Tennis-Trainer schon Namen wie Boris Becker, Patrick McEnroe, Amos Mansdorf, Henri Leconte, Horst Skoff und Stefan Koubek betreut. „Ich habe mit Koubek auch sehr lange trainiert - nur habe ich ihn übernommen als er 17 oder fast 18 war. Das ist etwas anderes, als wenn du jemand so komplett mitformst von klein auf. Jetzt erkennt man schon gewisse Dinge, die sicherlich aufgrund dieser Zusammenarbeit entstanden sind“, freut sich Bresnik über Thiems Aufstieg.

Der Vater von vier Töchtern lebt mit seiner Familie in Innermanzing. Er war 1992/93 und von 1998 bis 2004 auch schon zwei Mal Davis-Cup-Kapitän des ÖTV. Bresnik genießt auf der Tour einen ausgezeichneten Ruf, immer wieder wird er als Coach angefragt. „Wenn ein John McEnroe in einer Pressekonferenz sagt, dass Domi der erste Spieler ist, der von einem Coach kreiert wurde. Das ist schon ein großes Kompliment“, berichtete Bresnik. Er kennt die Tennis-Legende aus New York schon seit vielen Jahren.

Er selbst würde durchaus auch gerne weitere Spieler als Trainer betreuen. „Aber die, die so gut sind, dass es interessant wäre, wollen nur Einzelbetreuung!“