Erstellt am 23. Mai 2017, 04:42

von Claus Stumpfer

Parma abgefangen. In Waidhofen/Ybbs zeigte der Eichgrabener Georg Parma eine starke Leistung. Mit Gold klappte es aber nicht.

Bronze in Waidhofen. Georg Parma forderte Kilian Fischhuber & Co. voll. Der Eichgrabener kletterte auf‘s Podest.  |  NOEN, OEWK/Liebhaber

Im Zuge des Kletterfestivals „Rock in the City“ in Waidhofen/Ybbs wurde am Wochenende mehreren tausenden Besuchern bei perfekten äußeren Bedingungen Klettersport vom Feinsten geboten. Bei den österreichischen Staatsmeisterschaften im Bouldern sicherte sich am Samstag Lokalmatador Kilian Fischhuber seinen siebenten Staatsmeistertitel. Bei den Damen gelang Routinierin Anna Stöhr die erfolgreiche Titelverteidigung.

Rund 80 Starter bestritten die ÖSTM-Bouldern in der Waidhofner Innenstadt. Neben den arrivierten Kletterern waren in der allgemeinen Klasse auch die Athletinnen aus den U-20- und U-18-Kategorien bei der ÖSTM zugelassen. Und sie zeigte, wie groß die heimische Dichte in der neuen Olympiasportart ist. Speziell der Eichgrabener Georg Parma forderte die beiden österreichischen Paradekletterer voll heraus.

In der Qualifikation der Herren zeigte noch Vorstiegsweltmeister Jakob Schubert, dass er in Top-Form ist: Als einziger Athlet konnte er sieben der acht Quali-Boulder toppen. Auf Platz zwei landete bereits Parma. Fischhuber, der gesundheitlich etwas angeschlagen war, qualifizierte sich als Vierter trotzdem souverän für das Finale. Neben allen Favoriten schaffte das auch Nachwuchshoffnung Nicolai Uznik als Achter. Pech hatte Titelverteidiger Lukas Ennemoser, der knapp scheiterte.

Im Finale der Herren zeichnete sich bald ab, dass die Boulder eher einen Tick zu leicht als zu schwer waren. „Somit war klar: Wer Gold wollte, musste möglichst alle vier Boulder bis zum Top schaffen – und das mit möglichst wenigen Versuchen“, sagte KVÖ-Sportdirektor Heiko Wilhelm im Vorfeld.

Und so war es dann auch: Der fünffache Boulder-Gesamtweltcupsieger Fischhuber erwischte als einer der Ersten einen Run. Nachdem Georg Parma mit vier Tops in acht Versuchen in Führung gegangen war, konnte ihn Fischhuber mit vier Tops in sechs Versuchen abfangen. Eine starke Vorstellung lieferte auch der Zillertaler Weltcupkletterer Alfons Dornauer, der ebenfalls alle Boulder top kletterte und nur einen Versuch mehr als Fischhuber benötigte. Das bedeutete Silber vor Georg Parma. „Beim zweiten Boulder hatte ich leichte Schwierigkeiten, das hat mich Gold gekostet“, sagte Dornauer, der beim Boulder-Weltcup in Nanjing das Halbfinale erreichte.

Die Boulder-Meisterschaften waren zugleich die vierte und letzte Station des Austria Cups 2017 im Bouldern. Hier setzte sich Elias Weiler (4. Boulder-ÖSTM) vor Matthias Erber und Jakob Schubert durch. Bei den Damen siegte Laura Stöckler, die am Wochenende beim Europacup in Portugal im Einsatz ist, vor Katharina Posch und Hannah Schubert.