Erstellt am 17. August 2016, 05:42

von Claus Stumpfer

Modus und Doping als Gefahren. Eichgrabens Georg Parma sieht die Aufnahme seines Sports in den Olympischen Sportkalender ab den Spielen 2020 in Tokio doch recht kritisch.

Georg Parma kann sich über einen Erfolg in Imst freuen!  |  NOEN, privat

Eigentlich müsste Georg Parma rundum zufrieden sein. Nicht nur hat der Sportkletterer der Naturfreunde Eichgraben in den letzten Wochen nach der Matura sportlich in die Erfolgsspur zurückgefunden, zudem wurde auch das Sportklettern ins Olympiaprogramm für die Spiele 2020 in Tokio aufgenommen.

Für Parma ist das auf den ersten Blick ein Grund zur Freude. „Natürlich sehe ich den positiven Aspekt für uns Kletterer, sich für den größten Sportevent der Welt qualifizieren zu können, aber auch die Möglichkeit, einer Vielzahl von Leuten damit unseren Sport näherzubringen“, weiß er um die massiv erhöhte Medienpräsenz, die Olympische Spiele für seinen Sport mit sich bringen werden.

Ganz unkritisch steht Parma der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees aber nicht gegenüber. Zuallererst ist es der Modus, der für das Klettern in Tokio gewählt wurde, welcher bei ihm Unmut auslöst. Es wird nämlich nur eine Kombinationswertung aus Lead, Boulder und Speed mit einer Goldmedaille belohnt werden. „Für mich ein bitterer Beigeschmack“, gibt Parma zu bedenken, dass diese Kombi derzeit nur von wenigen Athleten praktiziert wird. „Daher kann diese Form niemals zum Ausdruck bringen, wer der beste ‚Allrounder‘ ist“, findet Parma.

Seine Befüprchtung: „Der Unterschied im Schwierigkeitsgrad zwischen Lead und Boulder einerseits und dem Speedklettern andererseits ist zu groß!“ Außerdem befürchtet er, dass die neu geschaffene „olympische Kombination“ Lead- und Boulder-Athleten wie ihn dazu „zwingen“ wird, ihrer Spezialdisziplin weniger Aufmerksamkeit zu schenken und sich auf die Kombi zu konzentrieren.

Parma will sich aber wegen Olympia nicht „verbiegen“. „Mich beeinflusst die Entscheidung des IOC in trainingstechnischer Hinsicht wenig, da ich mich in nächster Zeit aufs Bouldern und die Boulder-Weltcups konzentrieren werde“, gibt er aber zu, dass die Idee, bei Olympia dabei sein zu können, im Hinterkopf angekommen ist. „Und möglicherweise werde ich noch die Faszination der Kombi für mich entdecken“, lacht Parma, der aber auch das Thema Doping und Olympia bewegt.

„Olympischer Sport und Doping gingen in den letzten Jahren Hand in Hand“, wünscht er sich, dass der Klettersport sich da nicht mitreißen lässt. „Bisher waren alle Athleten sauber“, ist er sich sicher, fürchtet aber die Gier nach olympischem Gold. „Ein durch Doping unfairer Wettkampf wäre für mich aber ein Grund, das Klettern von der Halle nach draußen auf den Fels zu verschieben, um dort meine persönlichen Limits auszuloten“, erklärt Parma.