Erstellt am 20. Oktober 2015, 05:42

von Ernst Klement und Claus Stumpfer

Tausend Draufgänger im Hellsklamm-Dreck. Mit Favoritensiegen endete der letzte Lauf der Saison. Aber in der Hellsklamm stand ohnehin der Spaß im Vordergrund.

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Die heftigste und anspruchsvollste Schlammschlacht, die die Hellsklamm in Laaben je gesehen hat, fand am Samstag statt.Denn der intensive Regen der letzten Tage hatte die gesamte Laufstrecke in ein einziges Schlammbad versetzt.

Organisator Gerald Melzer jubelte jedenfalls bei der Eröffnung: „Keine Eile, es ist genug Dreck für alle da!“ Und dieses Gefühl, sich heuer den Titel „Wildsau“ wirklich zu verdienen, löste bei den tausend Startern Glücksgefühle aus. „Es ist einfach geil, sich im Schlamm zu wälzen“, brachte es eine Starterin auf den Punkt. Auch das Nachholen von Kindheitsbedürfnissen macht den Fun-Event aus.

Die „Wildsäue“ durften auch wieder über tausend Reifen kraxeln, durch Gitter im Dreck robben, Stromschläge entgegennehmen, von Holzgerüsten in den Schlamm springen und anderes mehr. Schließlich geht es am Ende auch nicht unbedingt um den schnellsten, sondern eher um um den dreckigsten Starter — eben die größte Wildsau, die sich eben nur dann wohlfühlt, wenn sie sich im Schlamm suhlen kann.

Thomas Unterhuber lief auf Rang drei

Viele Starter aus ganz Europa waren gekommen, um dieses einzigartige Spektakel zu erleben. Unter den Startern aus der Region war diesmal wieder der Neulengbacher Thomas Unterhuber dabei. „Nach zwei Starts über zehn Kilometer habe ich mich erstmals über die 20 Kilometer getraut“, erzählt er. Als „alter Hase“, wusste er natürlich, was auf ihn zukam, und startete demgemäß vorsichtig. „Ich lag nur auf Rang sechs nach der ersten von vier Runden“, wusste er aber, dass seine Zeit noch kommen würde. Tatsächlich lag er nach der zweiten Runde bereits auf Rang vier. „Doch es war unglaublich zäh zu laufen, die Strecke kaum passierbar, und die drei Athleten vor mir schienen nicht einholbar, handelte es sich doch allesamt um erfahrene Ultra-Läufer“, rechnete Unterhuber diesmal schon mit dem undankbaren vierten Endrang, zumal es in der vierten Runde auch für ihn schon richtig hart wurde. „Trotzdem konnte ich mein Tempo halbwegs halten, wohingegen einer der Asse vorne bei einer schwierigen Bergabpassage Krämpfe bekam und pausieren musste“, war somit für den Lokalmatador der Weg zum Stockerl frei.

Gewonnen hat Andreas Ropin in 3:10,40 Stunden, rund vier Minuten vor Christian Stockner. Auf den hatte Unterhuber bereits 20 Minuten Rückstand. Bei den Damen siegte mit Alice Zenz keine Unbekannte. Die St. Pöltnerin war einst talentierte Eiskunstläuferin, ehe sie in den letzten Jahren immer wieder an ausgewählten Rennen zum Red Bull Crashed Ice Weltcup erfolgreich teilnahm — dabei geht es auf Schlittschuhen Eiskanäle hinab. Auch Eishockey spielte Zenz einst sehr erfolgreich.

Das erstemal dabei war SV-Würmla-Kicker Roman Sturzeis, der auch die spezielle Atmosphäre einsog, sowie die Laabner Ärztin Martina Kaut, die sich ebenfalls von diesem Spektakel begeistert zeigte. Beide absolvierten den 10-Kilometer-Lauf, bei dem Christopher Hirschegger (1:37,42 Stunden) und Corinna Choun als Sieger hervorgingen.

Daneben gab es noch etliche Starter aus der Region in buntmaskierten Gruppen, die dieses Event nur zum Spaß mitmachten, wie die Laabentaler in ihrem Schotten-Highland-Games-Outfit.

Eines steht jedenfalls fest: Der Run auf dieses perfekt organisierte Spektakel wird auch im nächsten Jahr den Schöpfl zum Beben bringen. Und auch Unterhuber wird wieder starten, denn: „Auch wenn am Tag darauf die Gelenke schmerzen, hat es sich gelohnt, dabei gewesen zu sein!“