Neustift-Innermanzing

Erstellt am 16. Mai 2017, 05:19

von NÖN Redaktion

Joker will Bresnik als Trainer. Aber der Innermanzinger sieht sich nicht als den Richtigen. „Für Djokovic ziehe ich keine Glacehandschuhe an!“

Der Innermanzinger Günter Bresnik war bereits zweimal österreichischer Daviscup-Kapitän.  |  privat

Die Gerüchteküche um den Innermanzinger Weltklassetrainer Günther Bresnik brodelt. Nicht nur, dass sein Schützling Dominik Thiem in Madrid erstmals in ein 1000er-Finale eingezogen ist, in dem er dann erneut gegen den Spanier Raphael Nadal den Kürzeren zog — diesmal allerdings bereits viel knapper als noch vor drei Wochen in Barcelona —, steht Bresniks Name offenbar am Wunschzettel von Novak Djokovic.

Djokovic: Verzweifelte Suche nach neuem Trainer

Die einstige Nummer eins ist seit letztem Herbst außer Tritt und soll sich daher verzweifelt nach einem neuen Trainer umsehen. Bresnik, dessen Name immer wieder genannt wird, ziert sich aber: „Ich wäre nicht der richtige Typ für Djokovic, denn ich habe immer Ideen, von denen ich nicht abweiche. Nole ist es gewohnt, mit Glacehandschuhen angefasst zu werden. Aber ein guter Trainer gibt seinem Spieler, was der braucht und nicht, was der möchte.“

Bresnik, der vor Thiem schon Horst Skoff an die Weltspitze führte, war von Superstars wie Henri Leconte und Boris Becker de Coach. Ausgerechnet der hatte letzte Saison Djokovic betreut, ehe er in der Winterpause das Handtuch warf. Und Bresnik hält immer noch Kontakt zu Becker, weshalb klar sein dürfte, woher seine Skepsis rührt, bei Djokovic anzuheuern.

Und natürlich würde der Job bei Djokovic bedeuten, dass er Thiem aufgeben müsste. Und so wie sich Thiem zuletzt entwickelt hat, ist wohl auch für Bresnik schwer abzuschätzen, wer künftig für mehr Schlagzeilen sorgt, der junge Thiem oder Djokovic, der schon in seinen Dreißigern ist. „Wie viel Sprit ist noch im Tank“, wird sich Bresnik bei Djokovic fragen.

Thiem als neuer Sandplatz-Kronprinz 

Thiem hingegen ist zuletzt zum Kronprinzen von Sandplatzkaiser Nadal aufgestiegen. Zu dieser Überzeugung ließen auch den Spanier nicht nur Thiems Matches gegen ihn selbst kommen, sondern ebenso fantastische Spiele gegen Dimitrov, Goric und Cuevas. Im aktuellen Jahresranking ist Thiem die Nummer drei und ab Montag in der Weltrangliste die Nummer sieben, Djokovic in Reichweite.

„Dominic zeigt jetzt sein enormes Potenzial“, ist Bresnik begeistert. Zuhause in Innermanzing verfolgte er auf Sky den Siegeszug seines Schützlings, der in Madrid von Touringcoach Nyström und Physio Stöber betreut wurde.