Erstellt am 28. Juni 2016, 05:13

von Ernst Klement

„Theater“ mit Bresnik. Innermanzings Tennisguru kam extra zur Aufführung seiner Tochter. Im Plausch mit Freunden war Thiem Hauptthema.

Extra aus Wimbledon angereist, plauderte Günther Bresnik mit Andrea und Hans Schraml. Auch Landtagsabgeordneter Martin Michalitsch ist ein Tennisfan und gratulierte dem Erfolgscoach.  |  Ernst Klement, Ernst Klement

Selbst für einen „Tennisfanatiker“ wie Günther Bresnik gibt es auch ein Leben abseits des Courts. Er ist Vater von vier Töchtern, und am Donnerstag kam er extra aus Wimbledon angereist, wo er sich schon mit Dominic Thiem auf das legendäre Rasenturnier vorbereitet, um seiner jüngsten Tochter, „Herzpinkerl“ Antonia, 10 Jahre alt, bei ihrer glanzvollen Theaterpremiere in der Mittelschule Laabental zuzusehen. „Ich habe ihr versprochen, zu ihrem großem Auftritt zu kommen.“

Aber auch für ihn war es wichtig: „Kurz etwas Abstand vom Turnierstress zu nehmen, tut auch mir ganz gut“, freute er sich natürlich, zu Haue mit seinen Freunden plaudern zu können.

Den Stolz, dass sein Schützling Dominic Thiem heuer den absoluten Durchbruch zur Weltspitze geschafft hat, konnte und wolte er aber nicht verbergen. „Auf Sand, Hartplatz und Rasen in einer Saison gewonnen zu haben, das ist ein Meilenstein in der österreichischen Tennisgeschichte“, ist er überzeugt.

Ziel: Verbleib in den Top Ten

Überredungsversuche der Freunde, Thiem doch im Daviscup starten zu lassen, fielen aber auf keinen fruchtbaren Boden. Für Bresnik ist das erklärte Saisonziel ganz klar Thiems Verbleib unter den Top Ten. „Daher muss er auch das 500er-Turnier in Hamburg bestreiten und kann nicht Daviscup spielen, er braucht die Weltranglistenpunkte.“ Bereits Olympia hat Thiem mit derselben Begründung abgesagt. „Natürlich liebäugeln wir auch damit, dass Dominic das Masters in London erreicht“, gibt Bresnik zu.

Wenig erfreut ist der Innermanzinger daher über das „Hammerlos“ von Wimbledon: „Florian Mayer ist das schwerste Los, das ein Gesetzter in Wimbledon in der ersten Runde bekommen kann — ein echter Rasenspezialist!“

Natürlich war auch das Ausscheiden unserer Fußballer bei der EM Thema. „Unsere Fußballer können viel mehr, als sie in Frankreich gezeigt haben“, ist Bresnik überzeugt, und zieht einen Vergleich mit Thiem. „Nur die Spiele gegen die ganz Großen wie Federer, Djokovic bringen ihn weiter. Wenn du einen Federer besiegst, kannst du jeden schlagen. Das Selbstvertrauen ist im Sport alles. Und das Selbstvertrauen ist unseren Kickern in Frankreich abhanden gekommen.“

Thiem konnte mit dem Einzug ins Semifinale von Paris begeistern, unsere Kicker haben dem Druck aber nicht standgehalten. „Mit dem Druck gewinnen zu müssen, muss ein Tennisspieler jede Woche mehrmals leben. Für Thiem wird es bereits wieder am Dienstag im Tennismekka Wimbledon gegen Mayer richtig ernst.“