Erstellt am 14. September 2015, 15:57

von Ernst Klement und Claus Stumpfer

Zwei Tote relativieren sportliche Leistungen. Tragische Szenen bei Laufevent. Neulengbachs Thomas Unterhuber legt bei Halbmarathon sensationelle Zeit hin.

Wolfgang Wallner eilte erneut zum Sieg in der Wachau. Seine Freude war aber verflogen, als er von den zwei tragischen Todesfällen beim Halbmarathon erfuhr. privat  |  NOEN

 Zwei Todesfälle überschatteten die 18. Auflage des Wachau-Marathons auf dramatische Weise.

Nach Angaben der Veranstalter erlitten ein 44-jähriger Niederösterreicher und ein 35-jähriger Wiener, die für den Halbmarathon genannt hatten, einen Herzkreislaufstillstand. Bei beiden Männern wurde durch das Rote Kreuz eine Reanimation versucht, sie starben aber im Krankenhaus Krems trotz intensivmedizinischer Behandlung.

Unterhuber: "Für Kreislauf stark belastend"

Auch Thomas Unterhuber, stärkster Läufer aus dem Wienerwald zeigte sich erschüttert, als ihn die NÖN darauf ansprach. „Ich hatte bislang nur von einem Toten gewusst, aber zwei bei einem Rennen, ist fast unheimlich“, sieht er als Hauptursache den Föhnsturm. „Der war für den Kreislauf stark belastend“, fiel auch ihm auf. „Obwohl es in der Wachau durchwegs bergab geht, waren die Bedingungen heuer extrem hart — zur Hitze kam noch der starke Gegenwind“, schildert Unterhuber.

Rund 8700 Läufer starteten bei diesem Laufspektakel, wobei die Anmeldungen über die volle Marathon-Distanz immer weniger werden. Auch aus dem Wienerwald nahm diesmal nur Alois Winkler die 42-Kilometer-Strecke in Angriff und benötigte dafür 4:22:39 Stunden. „Marathonmann“ Josef Ofner aus Innermanzing bestieg erst vor kurzem den Elbrus in Afrika, weshalb er auf einen Start verzichtete, und auch den anderen Laabental-Läufern war nach diesem Hitzerekordsommer eine gute Marathonvorbereitung nicht möglich.

Trotzdem gewann mit Wolfgang Wallner kein Unbekannter in unserer Region. Siege in Neulengbach, Eichgraben oder auch Böheimkirchen hat der Ausnahmeläufer schon geholt, nun gewann er den Laufklassiker in der Wachau in starken 2:34.19 Stunden — und das mit 51 Jahren!

Der sportliche Schwerpunkt beim Laufevent in der Wachau liegt aber im Halbmarathon, der im Unterschied zum Marathon gespickt mit Afrikanern war und bei dem es auch einen dreifachen kenianischen Erfolg gab. Umso sensationeller ist die Zeit des Neulengbacher Laufasses Thomas Unterhuber, der sich in 1:22:30 Stunden über Rang 69 in der Gesamtwertung freuen durfte. Auch seine Freundin Julia Schönfelder legte in der M 20 in 1:45:33 eine Topzeit vor. Weitere Topzeiten im Halbmarathon gab es für den Kirchstettner Herbert Schildböck (1:33:41), den Altlengbacher Maurice Wannemacher (1:44:41) und den Maria Anzbacher Walter Strahodinsky.

Thomas Unterhuber war jedenfalls vom Starterfeld begeistert: „Gegen die Kenianer zu laufen, motiviert unheimlich“, und erklärt auch, warum er den Marathon ausließ. „Die 42 Kilometer kosten zu viel Substanz, wenn man jede Woche einen Lauf bestreitet.“ Und die Laufsaison ist noch nicht zu Ende, auch im Wienerwald steht mit dem Lauf in Laaben am 11. Oktober noch ein Klassiker am Programm.