Erstellt am 21. September 2015, 10:26

von Fritz Hauke

Jatic feierte Debüt. Der gebürtige Gloggnitzer Mirza Jatic durfte gegen Austria Lustenau zum ersten Mal in einem Pflichtspiel auflaufen.

Leistung abgeliefert. Der Gloggnitzer Mirza Jatic (l.) half gegen Austria Lustenau mit, dass die Partie noch einmal spannend wurde. Ein Punkt war dem SC Wiener Neustadt aber an diesem Abend nicht vergönnt.  |  NOEN, Franz Baldauf
1:2 gegen Innsbruck, 1:3 gegen Lustenau – fraglich, ob sich in 30 Jahren noch alle Spieler des SC Wiener Neustadt an diese Partien Mitte September 2015 erinnern werden. Für zwei junge Herren wird diese Woche allerdings für immer unvergessen bleiben: Mario Stefel und der Gloggnitzer Mirza Jatic feierten ihr (Startelf-)Debüt in der Ersten Liga. Das Besondere daran? Noch in der Vorsaison spielten sie bei den Amateuren in der 2. Landesliga Ost. 

„Mirza ist ein Eisenbieger, einer, der für die Mannschaft
durchs Feuer geht. Das haben wir gebraucht.“
Günter Kreissl über Mirza Jatic

Wiener Neustadt lag gegen Austria Lustenau bereits mit 2:0 zurück – ein Elfergeschenk des Schiedsrichters und eine Unachtsamkeit in der Defensive hatten die Vorarlberger zur komfortablen Führung genutzt. Plötzlich fällt den aufmerksamen Beobachtern auf: Da zieht sich ein Spieler bei der Betreuerbank schon um, macht sich bereit für das Match. Keine 20 Minuten auf der Uhr – Wiener Neustadts Sportchef Günter Kreissl zieht es durch, nimmt Innenverteidiger Andreas Pfingstner vom Feld. Statt ihm darf Mirza Jatic ran.

„Ich wollte ein Zeichen setzen. Mirza ist ein Eisenbieger, einer, der für die Mannschaft durchs Feuer geht. Das haben wir in dieser Situation gebraucht“, erklärt Kreissl nach dem Spiel. Der Neustädter Sportchef sortiert die Hintermannschaft neu, Jatic soll die rechte Seite dichtmachen – und lieferte gute Arbeit. „Natürlich ist es nicht leicht, wenn man in so eine Partie hineinkommt, in der die Mannschaft schon 2:0 zurückliegt. Aber Mirza hat brav gespielt“, lobt Kreissl.

Für Jatic selbst war es ein besonderes Spiel: „Ich freue mich, dass es mit dem Debüt geklappt hat. Schade, dass wir die Partie nicht mehr drehen konnten.“ Für ein perfektes Debüt hätte sein Ex-Amateur fast den Grundstein gelegt – Stefel traf per Traumtor zum 2:1, Maderner blieb der Ausgleich verwehrt: Er traf nur die Latte.

Hintergrund

• Die Anfgangszeit: In Gloggnitz gehörte Jatic trotz jungen Jahren zu den absoluten Leistungsträgern. „Von den Anlagen her in einer Liga mit Thorsten Röcher. Vom Talent her einer der Besten, mit denen ich je zusammengespielt habe.“ Gloggnitz-Spielertrainer Jürgen Weber adelte schon vor knapp zwei Jahren seinen damaligen Schützling.

• Der Weg: Über Gloggnitz hätte es ursprünglich zum Wiener Sportklub oder Sollenau in die Regionalliga gehen sollen – daraus wurde nichts, Jatic landete in Eggendorf. Dort blieb er nicht lange: Nach nur einem halben Jahr probierte er sein Glück bei den Wiener Neustädter Amateuren.

• Der Sprung zu den Profis: Nach dem Abstieg aus der Bundesliga bekamen bei Wiener Neustadt einige Youngsters die Chance, sich „oben“ zu beweisen. Jatic war einer davon, nutzt die Chance und feierte am Freitag sein Debüt.