Erstellt am 19. Januar 2016, 05:58

von Franz Amschl und Norbert Riegler

Vereine zur Kasse gebeten. Seit heuer gilt auch für Fußballvereine die Registrierkassenpflicht. Für die Vereine im Bezirk gibt es allerdings noch offene Fragen zu klären, bevor die Verordnung umgesetzt wird.

Geld  |  NOEN, Erwin Wodicka

Registrierkassenpflicht. Schon Mitte Jänner wohl ein heißer Kandidat für das „(Un)Wort des Jahres“. Seit dem Jahreswechsel steht sie ins Haus – damit müssen sich auch die Sportvereine im Bezirk Neunkirchen befassen. Nahezu keiner der Vereine weiß genau, wie das in Zukunft in der Kantine ablaufen wird, jedoch begeistert über die Registrierkassa zeigt sich keiner der Vereinsvertreter.

Breitenaus Obmann Andreas Morgenbesser weiß: „Auch wenn es uns allen schwerfällt, man muss es zum Einsatz bringen. Es wird sich bei diesem Gesetz keiner Gedanken gemacht haben, wie das bei Vereinen funktionieren soll und wie das am Platz ablaufen soll. Am Sportplatz hat man 15 Minuten Zeit, um das Hauptgeschäft über die Bühne zu bringen und den Großteil der Gäste zu verköstigen. Die Registrierkassa ist da ein Mehraufwand und kostet Zeit. Das verlängert die Wartezeit der Gäste natürlich auch. Wenn ich beispielsweise an ein Derby gegen Gloggnitz denke, und nur bei dieser Partie eine zweite Kantine in einer Hütte öffnen will, würden wir wohl eine zweite Kassa benötigen. Das würde dann auch extreme Einbußen bedeuten“, so Morgenbesser.

„Es fällt uns allen schwer, aber man muss die
Registrierkasse zum Einsatz bringen.“
Andreas Morgenbesser, Obmann der SVg Breitenau.

Ein weiteres Problem, das sich bei Vereinen auftun wird, ist, dass die Kantine kein Lokal ist, in dem immer die gleichen Leute arbeiten. Alle müssen mit der neuen Kassa umgehen können, auch das Personal bei den Jugendspielen. Auch der Grimmensteiner Obmann Thomas Fleer sieht Probleme an der ganzen Sache: „Ich finde es ja grundsätzlich in Ordnung, nur ist es für Vereine ein wahnsinniger Mehraufwand bei der Arbeit. Wir werden uns noch genau darüber informieren, wie das dann wirklich ablaufen soll.“

Auch die Vereine der 2. Klasse Wechsel haben noch kein Patentrezept gefunden, wie sie die gesetzlichen Vorgaben umsetzen werden. Beschäftigt und informiert haben sich bereits alle, der Wille bereits ab dem ersten Heimspiel der Frühjahrssaison die Registrierkasse einzuführen, ist ebenfalls vorhanden – wie konkret die Lösung aussieht, kann Stand heute allerdings keiner beantworten. „Faktum ist, dass die Vereine keine große Freude damit haben. Wir müssen aber damit leben und sind bereits dabei, Informationen einzuholen. Wir wollen auf jeden Fall mit dem ersten Heimspiel mit der Registrierkassa beginnen“, so Ternitz-Obmann Wolfgang Dworak.

Auch in Schottwien ist man noch auf der Suche nach der optimalen Lösung. „Wir werden noch ein bisschen zuwarten. Man hört ja, dass möglicherweise die Summe des Jahresumsatzes, ab der eine Registrierkassa geführt werden muss, noch nach oben korrigiert wird. Wenn das so ist, fallen wir vielleicht gar nicht mehr in diese Kategorie hinein“, so Gerald Eibegger. „Es gibt verschiedene Varianten, ob mit I-Pad oder einer richtigen Registrierkassa. Es fallen Investitionskosten an, die für kleine Verein, wie wir es sind, nicht so einfach aus der Portokassa zu bezahlen sind“, rechnet Eibegger mit zusätzlichen Kosten.

Alexander Hartberger, Obmann des ATSV Puchberg, sieht die Schwierigkeiten nicht nur in der Einführung, sondern in weiterer Folge auch in der Bedienung. „Jeder, der in der Kantine arbeite, muss mit der Registrierkassa umgehen können. Das sind pro Verein mindestens sieben bis acht Leute, wenn man auch die Jugendspiele dazuzählt. Diese Leute alle zu schulen, ist auch ein Mehraufwand, den man bewerkstelligen muss.“

Einige Vereine überlegen nun auch, den Jugendbereich vom Kampfmannschaftsbereich zu trennen, zwei gesonderte Vereine zu gründen, und den Gewinn, der in der Kantine erwirtschaftet wird, aufzuteilen, um den maximal zulässigen Umsatz nicht zu übersteigen. „Ich habe davon gehört, kann dem aber nur wenig abgewinnen. Dafür braucht man wieder einen zusätzlichen Vorstand, muss sich extra beim Verband melden etc.“, kommt diese Variante für Hartberger nicht in Frage.
Klar ist, dass noch harte Wochen anstehen, damit bis zum Saisonbeginn alle Vereine auf den Einsatz einer Registrierkassa vorbereitet sind.