Erstellt am 09. August 2016, 05:10

von Bernhard Schiesser

Es begann mit einer Diät. Mit zwölf fühlte sie sich zu dick, mit 29 begann sie zu joggen, mit 44 will Alexandra Meixner den Weltrekord im Ultra Triathlon knacken: 20 Ironman in 20 Tagen!

„Walter ist spritziger, ich bin zäher. Manchmal geht es sich genau aus, dass wir gemeinsam ins Ziel kommen“, hofft Alexandra Meixner (l.), dass sie auch beim Double Deca Ultra Triathlon mit ihrem
Mann Walter Wegschaider (r.) die letzten Meter Hand in Hand läuft.
 |  NÖN, Privat

Sie ist im Waldviertel bekannt, wie eine „bunte Hündin“. Die Harmanschlagerin Alexandra Meixner ist Frauenärztin in Schrems und tritt mit ihrem Programm „Sexmythen“ als Kabarettistin auf. Als ob das noch nicht außergewöhnlich genug wäre, verschrieb sie sich auch noch dem Extremsport. Schafft die 44-jährige, was sie sich vornimmt, dann hält sie Anfang September den Weltrekord im Ultra Triathlon. 20 Ironman in 20 Tagen. „Eigentlich irre, ich weiß“, lacht die stets gut gelaunte Meixner.

Dabei wurde der Waldviertlerin das Sporteln nicht unbedingt in die Wiege gelegt. „Ich fühlte mich als Kind immer zu dick. Meine erste Diät machte ich mit zwölf. Mit dem Laufen hab ich mit 29 begonnen, weil ich meinem damaligen Freund zu dick war“, erinnert sich Meixner.

Weltrekord nicht entscheidend

Der Freund ist mittlerweile Geschichte, der Sport blieb. Und wie! Laufen, Schwimmen, Radfahren – immer mehr und immer weiter. Vor zwei Jahren absolvierte sie in Mexiko einen zehnfachen Ironman. Dass ihr damals nur einer auf den Weltrekord fehlte, wusste sie nicht. „War mir auch nicht wichtig. Für mich ist auch diesmal der Weltrekord nicht entscheidend“, so Meixner.

Was ist dann aber ihr Antrieb? „Ich will meinen Körper und meine Grenzen ausloten.“ Als Vorbild sieht sie sich nur begrenzt: „Eine gewisse narzisstische Ader will ich gar nicht leugnen, aber in der Ausprägung, wie ich Sport betreibe, bin ich ja schon eher Abschreckung als Vorbild“, lacht die Waldviertlerin. Um auch gleich wieder ernst zu werden, denn ganz so unproblematisch sieht sie ihre Leidenschaft nicht: „Man läuft schon Gefahr, sozial zu vereinsamen, wenn man in jeder freien Minute Sport macht.“ Zumindest in ihrer Ehe herrscht keine Einsamkeit. Gatte Walter Wegschaider nimmt ebenfalls am 20-fachen Ironman in der Schweiz teil.

Training nach Lust und Laune

Alexandra Meixner trainiert nur nach Lust und Laune, nicht nach Trainingsplan: „Hab’ ich nur einmal, als ich vor Jahren einen Marathon in 3:45 Stunden schaffen wollte. Ich habe es gehasst.“ Sie schwimmt hauptsächlich im Winter, fährt täglich die ca. 40 Kilometer (inklusive absichtlichem Umweg) mit dem Rad zur Arbeit. Laufen kommt oft zu kurz: „Weil ich nicht so gerne laufe.“ Wie sie sich einen Ironman einteilt? „Ich schwimme für mein Leben gerne. Das ist kein Problem. Beim Radfahren wird es ab Kilometer 120 zäh, dann quäl’ ich mich bis 140, und dann ist es nur noch von der Arbeit heim. Beim Marathon ist nur wichtig, dass ich die ersten 20 Kilometer durchlaufe, dann komm’ ich auch rechtzeitig ins Ziel, wenn ich gehe.“

Nach dem Bewerb in der Schweiz will Meixner mit dem Triathlon aufhören und sich aufs Radfahren spezialisieren. Nächstes Ziel ist das Race Across America 2017 (4.800 Kilometer), 2018 nimmt sie sich das Trans Siberian Extreme (9.000 Kilometer) vor. „Solange mir nichts wehtut, mache ich weiter.“

Double Deca Ultra Triathlon

Der Bewerb: 20 Ironman (3,8 km Schwimmen, 180 Radfahren, Marathonlauf) an 20 aufeinanderfolgenden Tagen. Vom 14. August bis 2. September im Schweizer Buchs.

Der Weltrekord: Bei Frauen liegt er bei elf Ironman in Folge. Alexandra Meixner absolvierte vor zwei Jahren in Mexico zehn.

Das Teilnehmerfeld: Neben acht Männern nimmt mit der Tschechin Sarka Kolbova auch eine zweite Frau am Bewerb teil.

Facts: Meixner verbraucht pro Tag 7000 Kalorien. Sie ernährt sich vorwiegend flüssig. Für einen Ironman benötigt sie ca. 15 Stunden. Täglich kommt sie auf 5,5 Stunden Schlaf.