Erstellt am 01. März 2016, 05:34

von Wolfgang Wallner

Ein Robin Hood für Rio. Hochspannung für den Höhenflug: Der Neulengbacher Andreas Gstöttner (19) kann sich nach Topresultaten im Weltcup Hoffnungen auf einen Olympiastart machen.

Olympia-Hoffnungen im Köcher: Junioren-Ass Andreas Gstöttner gilt als heißes Austro-Eisen für Rio. Die Qualifikation für die Sommerspiele scheint für den 19-Jährigen in Reichweite.  |  NOEN, privat

Mit dem romantischen Bogenschützen-Bild, wie’s die alten Robin-Hood-Schinken aus Hollywood vermitteln, hat der moderne Bogensport nichts zu tun. Die Bogensehne, die Andreas Gstöttner spannt, ist aus Polyethylen, sein Sportgerät selbst „High Tech“ pur. Der 19-jährige Neulengbacher gehört schon in jungen Jahren zur Weltklasse, darf sich Hoffnungen auf Rio machen.

„Olympia ist mein großes Ziel“, sagt Gstöttner. Und sieht sich auch als Botschafter seines Sports: „Bogenschießen ist in Österreich nur ein Randsport, der von der Öffentlichkeit leider sehr wenig wahrgenommen wird.“ Mit einer Teilnahme in Rio könnte es gelingen, „das Interesse vieler Menschen an diesem abwechslungsreichen Sport zu wecken“, hofft der junge Mann aus dem Wienerwald.

Schon als Kind war Andreas Gstöttner vom Bogenschießen fasziniert, schmackhaft machte ihm den Sport sein Onkel, der selbst als Bogenschütze erfolgreich war. Ein ideales Vorbild für Klein-Andi, der schon als Neunjähriger die ersten Pfeile verschoss. Wenn’s sein musste auch im eigenen Zimmer. „Da passiert schon nichts“, grinst Gstöttner, „ich hab’ einen leeren Würfel als Dämpfer. Und du musst ja sowieso genau treffen.“

Bogenschießen ist reine Kopfsache

Ob im Hof der Gstöttners in St. Christophen, im alten Bad in Neulengbach oder am Schießplatz in Kasten – der Youngster bewies schon früh eine ruhige Hand. Und eiserne Nerven.

Denn beim Bogenschießen spielt sich viel im Kopf ab, weiß Gstöttner. Kein Nachdenken, kein Grübeln unter Leistungsdruck, nur Konzentration pur – sonst kann der Bogen gleich in der Tasche bleiben. Für die Form des Neulengbachers ist einer der besten Trainer Österreichs zuständig – der Böheimkirchner Franz Klaner war selbst vielfacher Staatsmeister und ist Obmann des erfolgreichen Bogensportklubs „Artemis“. Nun formt er Andreas Gstöttner zu einem Athleten von Weltklasseformat.

Im Zeichen der griechischen Jagdgöttin nimmt Gstöttner nun Olympia ins Visier. Gegen die weitaus routiniertere Konkurrenz hat er sich vor wenigen Wochen den Staatsmeistertitel geholt. „Das Niveau war unglaublich hoch“, zollt der Neulengbacher der Konkurrenz Lob. Besser könnte die Vorbereitung nicht sein. Denn der Weg nach Rio wird noch hart für den „Robin Hood“ aus Neulengbach.