Erstellt am 21. Februar 2016, 06:54

von APA Red

Dominic Thiem verpasste in Rio Finaleinzug. Im Halbfinale des ATP-Tennisturniers von Rio de Janeiro ist am Samstag (Ortszeit) für Dominic Thiem Endstation gewesen.

 |  NOEN, APA (AFP)

Nach zuletzt acht Siegen in Folge unterlag der Niederösterreicher als Nummer fünf eingestuft dem ungesetzten Argentinier Guido Pella nach einer Spielzeit von 74 Minuten unerwartet klar 1:6,4:6. Dennoch wird Thiem am Montag in der Weltrangliste als 15. so gut wie noch nie sein.

Der 22-Jährige war mit der Empfehlung des vorwöchigen Turniersiegs in Buenos Aires sowie u.a. dem 6:3,6:2-Viertelfinalsieg am Vortag gegen den spanischen Weltranglisten-Sechsten David Ferrer in das erste Duell mit Pella gegangen. Allerdings ließ sich der 25-Jährige aus Buenos Aires von dieser starken Bilanz von Österreichs Nummer eins nicht beeindrucken, er hielt von Anfang an bestens dagegen.

Thiem kam angesichts der aggressiven Spielweise und vielen Gewinnschläge seines Gegenübers nicht richtig ins Spiel. Nicht förderlich war dem auch das Auslassen von fünf Breakbällen in seinem ersten Returnspiel. Pella hingegen nutzte äußerst effizient seine ersten beiden Breakbälle und zog auf 5:1 davon. Danach wehrte sich Thiem noch ein wenig gegen den Satzverlust, musste diesen nach 31 Minuten aber doch akzeptieren.

Weit weg von Bestform

Der Lichtenwörther war weit weg von seiner Bestform, mit der er in Argentiniens Hauptstadt u.a. Spaniens "Sandplatzkönig" Rafael Nadal, im Finale dessen Landsmann Nicolas Almagro besiegt hatte und spätestens diese Woche zum Tour-Gesprächsthema wurde. Thiem fehlte die Präzision im Spiel, sein Service ließ zu wünschen übrig und es machte sich sichtlich auch sein zuletzt straffes Programm bemerkbar.

Die Hoffnung seiner Fans auf eine Wende in seinem ersten ATP-500-Halbfinale lebte auf, als es bei 1:1 im zweiten Satz in eine letztlich einstündige Regenpause ging. Nach Wiederaufnahme der Partie erfing sich Thiem tatsächlich ein wenig, sein körperliches Manko war aber dennoch weiter zu merken. Am Vortag hatte der Weltranglisten-18. nach seinem Einzel auch im Doppel gespielt und war erst gegen 4.00 Uhr Früh ins Bett gekommen.

Pella hielt sein solides Spiel weiter, der Weltranglisten-71. witterte seine große Chance immer mehr. Bei einer 5:4-Führung erarbeitete er sich gegen Thiem schließlich zwei Break- und somit auch Matchbälle. Die rot-weiß-rote Tennis-Hoffnung beendete das Match schließlich mit seinem zweiten Doppelfehler. Seine fünf Breakchancen aus dem ersten Aufschlagsspiel Pellas waren seine einzigen in diesem Match geblieben.

"Es hat an Energie gefehlt"

Für Thiem ist nun geplant, nächste Woche beim Hartplatzturnier in Acapulco aufzuschlagen - ebenfalls ein ATP-500-Turnier. Gleich in der Woche danach steht die Davis-Cup-Woche ebenfalls auf Hartplatz in Guimaraes gegen Portugal auf dem Programm, ehe die Masters-1000-Turniere in Indian Wells und Miami anstehen. Ob Thiem dieses Programm ohne Chance auf eine richtige Pause auch wirklich so durchzieht, ist abzuwarten.

Thiem hat nach der Niederlage gegen Guido Pella naturgemäß sehr enttäuscht reagiert. "Meine Vorstellung heute war sehr weit weg von einem Sieg, es hat mir ganz einfach an Energie gefehlt", postete er auf Facebook. "Gestern war ein sehr langer, intensiver Match-Tag und ich war dieser Belastung nicht gewachsen, weshalb ich heute sang- und klanglos eingegangen bin."

Der 22-Jährige ließ auch erkennen, dass ihm sehr viel an diesem Endspiel gelegen wäre: "Die Enttäuschung über einen verpassten Finaleinzug, hier in Rio, ist natürlich sehr groß. Nichtsdestotrotz blicke ich zufrieden auf die letzten zwei Wochen zurück. Jetzt geht es für mich weiter nach Acapulco, wo ich hoffentlich wieder frisch und fit aufschlagen werde."

Melzer holt Challenger-Titel

Der Niederösterreicher Gerald Melzer hat unterdessen zwei Wochen vor dem Tennis-Davis-Cup Österreichs in Portugal seinen heuer schon dritten Challenger-Titel geholt. Der 25-Jährige gewann am Samstag auf Position drei eingestuft das Endspiel des mit 50.000 Dollar dotierten Turniers in Morelos in Mexiko gegen den als Nummer vier gesetzten Kolumbianer Alejandro Gonzalez in 88 Minuten 7:6(4),6:3. Der jüngere Bruder von Jürgen Melzer wird damit am Montag in der Weltrangliste sein bisheriges Karriere-Hoch von Platz 120 vor drei Wochen wohl um einige Ränge verbessern.