Erstellt am 22. März 2016, 05:14

von Wolfgang Wallner und Alexander Wastl

Ein "Pickerl" für die Klubs. Bei den NÖ-Profivereinen Admira, SKN St. Pölten und Wr. Neustadt herrscht Zuversicht in Sachen Lizenzerteilung. Aus der Regionalliga hat nur der SV Horn einen Antrag gestellt.

In der Südstadt muss über den Sommer eine Rasenheizung installiert werden. Als Ausweichquartier hat Admira Wacker - falls die Arbeiten nicht rechtzeitig fertiggestellt werden sollten - die NV-Arena in St. Pölten genannt. Manager Alex Friedl: »Das war unsere erste Option.«  |  NOEN, Möhsner

„Die Lizenz ist wie das Pickerl fürs Auto! Die Bundesliga überprüft das Fahrzeug, am Steuer sitzen die Klubs selbst!“ Bundesliga-Vorstand Reinhard Herovits wählt einen plastischen Vergleich. Seit Dienstag stehen die heimischen Profiklubs in der Werkstatt.

Traditionelles „Sorgenkind“ ist die Admira, die die Lizenz in den vergangenen Jahren erst in zweiter Instanz erhalten hat. General Manager Alexander Friedl zeigt sich jedoch optimistisch: „Wir haben die Unterlagen mit einem positiven Gefühl abgegeben.“ Größter Brocken zum Lizenzerhalt war die Finanzierung der Rasenheizung. „Wir sprechen da von einer Rundumerneuerung des Originalrasens mit allem drum und dran. Das größte Bauprojekt seit dem Stadion selbst“, weiß Friedl. Gemeinsam mit dem Bundessportzentrum, der Bundesliga und dem Land sollen die Kosten von 950.000 Euro gestemmt werden.

St. Pölten will wieder Vorzugsschüler werden

In St. Pölten regiert Zuversicht. „Im Vorjahr waren wir neben RB Salzburg der einzige Klub, der die Lizenz ohne Auflagen erhalten hat“, weiß General Manager Andreas Blumauer. Dieses Top-Zeugnis will der Spitzenreiter der Ersten Liga auch heuer einfahren. Die Budgetvorgaben hat der SKN allerdings geringfügig überschritten. Schuld daran ist der Erfolg: „Wir müssen mehr Punkteprämien auszahlen als kalkuliert. Das nehmen wir aber gerne in Kauf.“ Neben dem Erstliga-Etat muss der Aufstiegskandidat voraussichtlich ein Budget für Liga eins nachreichen. Kein Pro-blem, versichert Blumauer: „Allein das Plus von einer Million bei den TV-Geldern macht die Kalkulation einfacher.“

„Schwerstarbeit“ liegt hinter Wr. Neustadt-Präsident Hans Reinisch und Kollegen. Er zeigt sich nach der Vertragsverlängerung mit Hauptsponsor Baumit „zuversichtlich, dass wir die Lizenz erhalten“. Freilich sind weitere finanzielle Einschnitte nötig. Aus der Ostliga haben nur der SV Horn, der in der Infrastruktur nachbessern muss, und Vienna Anträge gestellt.


Lizenz-Fahrplan

Bis 15. März mussten die Profiklubs ihre Lizenzunterlagen einreichen. Anfang April werden die Klubs über Probleme informiert.

Über die Erteilung entscheidet der Senat 5 der Bundesliga/Lizenzausschuss (Ende April).

In 2. Instanz ist das Protestkomitee zuständig. Bis 31. Mai (UEFA-Deadline) muss über Proteste entschieden werden.

Dann bleibt nur mehr der Gang zum Ständigen Neutralen Schiedsgericht.