Erstellt am 04. Oktober 2015, 16:41

von APA Red

EM-Doppelgold für Fegerl, Silber für Gardos/Habesohn. Gold im EM-Doppel von Jekaterinburg war für Österreichs Tischtennisverband schon vor dem Finale am Sonntag fix - denn es traten gleich drei Spieler aus Niederösterreich im Endspiel an...

 |  NOEN, APA (dpa)

Die Überraschung lag im Detail: Nicht die topgesetzte reine ÖTTV-Paarung Robert Gardos/Daniel Habesohn, sondern Stefan Fegerl und sein portugiesischer Partner Joao Monteiro holten in einem Krimi einen 4:3 (9,12,-6,-8,-13,8,10)-Sieg. "Wir konnten locker drauf losspielen", sagte Fegerl.

Fegerl, der bei der EM erstmals mit Monteiro zusammengespannt war, holte sich damit nach drei Team-Medaillen (Gold 2015, Bronze 2009 und 2011) sein erstes Edelmetall im Doppel ab.

Gardos/Habesohn verpassten es hingegen, ihren Triumph von der EM 2012 in Herning/Dänemark zu wiederholen und mussten sich wie bei der Heim-EM 2013 in Schwechat mit Silber zufriedengeben - es war aber ihre dritte Medaille im Doppel in Folge.

"Wir kennen uns alle in- und auswendig"

Fegerl/Monteiro, die als Nummer neun gesetzt waren, traten im ersten Satz dominant auf und entschieden auch den zweiten, härter umkämpften Durchgang für sich. Doch Gardos/Habesohn schlugen sich ins Spiel zurück und dominierten die beiden folgenden Sätze klar. Als auch der fünfte Set - mit viel Mühe - nach 2:7-Rückstand an die beiden Favoriten ging, und sie im sechsten mit 7:5 in Front lagen, schien die Sache gelaufen.

Doch Fegerl und Monteiro schlugen mit sechs Punkten en suite zurück und erzwangen einen entscheidenden Satz. Dort wehrten die beiden einen Matchball von Gardos/Habesohn ab und verwerteten ihrerseits ihre erste Chance auf den Matchgewinn.

"Das Match war sehr von Taktik geprägt, wir kennen uns alle in- und auswendig. Als wir bei 11:10 Matchball hatten, schauten wir uns beide in die Augen und wussten genau - jetzt holen wir den Titel", berichtete Fegerl.

Den Gewinn von Mannschaftsgold fünf Tage zuvor sah er als zusätzliche Motivation: "Nach Gold mit dem Team verspürte ich überhaupt keinen Druck mehr. Ich wusste, alles Weitere ist nur mehr Zugabe. Wir konnten locker drauf losspielen, wir waren fast in jedem Spiel Außenseiter."

Auch der Portugiese zeigte sich begeistert: "Es ist unglaublich! Aber unser Spielstil passt sehr gut zusammen. Stefan kontrolliert das Spiel an der Platte, und ich kann fast immer mit meiner Vorhand attackieren."