Erstellt am 17. März 2016, 17:11

von APA/Red

Erfolgslauf von Thiem vorerst gestoppt - Aus in Indian Wells. Nichts wurde aus dem zweiten Viertelfinale bei einem Masters-1000-Tennisturnier für Dominic Thiem nach Miami 2015.

 |  NOEN, APA (AFP)

Der 22-jährige Niederösterreicher, der in diesem Jahr bis dato der ATP-Spieler mit den meisten Siegen ist, musste sich am Mittwochabend (Ortszeit) im Achtelfinale in Indian Wells dem als Nummer 7 gesetzten Franzosen Jo-Wilfried Tsonga nach nur 66 Minuten mit 3:6,2:6 beugen.

Damit ist der Erfolgslauf des in diesem Jahr schon zweifachen Turniersiegers (Buenos Aires, Acapulco) vorerst gestoppt worden. Zuletzt hatte Thiem inklusive Davis Cup seit Acapulco schon wieder neun Matches in Folge gewonnen. Im insgesamt 14. Duell mit einem Top-Ten-Spieler war es für Österreichs Jungstar die elfte Niederlage, die auch ein zweites Kräftemessen im Viertelfinale mit dem Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic verhinderte. Thiem, der im Doppel am Donnerstag noch an der Seite von Philipp Kohlschreiber im Viertelfinale spielt, tritt kommende Woche beim zweiten 1000er-Turnier in Miami an.

Thiem war in der Night Session auf dem Center Court des mit 7,037 Mio. Dollar dotierten Events in der kalifornischen Wüste eigentlich von Beginn weg in der Defensive. Ein bärenstarker Tsonga musste nur im Auftakt-Game bei seinem Aufschlag mehrmals über Einstand gehen, in der Folge war der 30-jährige Weltranglisten-Neunte bei seinem Service aber schlichtweg unantastbar.

Der Lichtenwörther konnte von Beginn weg sein Spiel nicht aufziehen, Tsonga übernahm das Kommando. Der Franzose, der das bis dato einzige Duell 2013 im Wien-Viertelfinale hauchdünn mit 7:6 im dritten Satz für sich entschieden hatte, geriet diesmal - im letzten noch fehlenden Achtelfinale - nie in Gefahr.

"Die Woche war auf jeden Fall in Ordnung, aber heute war der Jo einfach zu stark"

Mit einem Break zum 3:1 stellte der Weltranglisten-Neunte, der in Indian Wells als Nummer 7 gesetzt ist, die Weichen für die 1:0-Satzführung. Schon nach 37 Minuten und einer 12:2-Bilanz an Winnern hatte Tsonga den ersten Durchgang in der Tasche. Thiem, der im Ranking nur sechs Plätze hinter Tsonga liegt, konnte an diesem Tag sein bestes Tennis nie auspacken.

Thiem hat in diesem Jahr eine beeindruckende Bilanz in Entscheidungssätzen und war zudem mit einer 22:4-Saisonbilanz in dieses Match gegangen - kein Spieler hat 2016 mehr Matches auf der Tour gewonnen als der Weltranglisten-13. Doch Tsonga zeigte sich davon unbeeindruckt und ließ Thiem gar nicht an einen möglichen Entscheidungssatz heranschnuppern. Der ÖTV-Davis-Cup-Spieler hielt noch bis zum 2:2 mit, musste aber mit einem Doppelfehler ein weiteres Mal seinen Aufschlag zum 2:3 abgeben. Spätestens als Tsonga das Doppelbreak zum 5:2 geschafft hatte, zweifelte niemand mehr am Sieg des Franzosen. 23 gegenüber nur 4 Winnern von Thiem, zwölf Asse gegenüber nur einem des Österreichers.

Der Schützling von Günter Bresnik fand auch mit dem Aufschlag nie richtig ins Match. Thiem hat im Vergleich zum Vorjahres-Aus in Runde eins aber diesmal 90 Punkte gewonnen und ein Brutto-Preisgeld im Einzel von 67.590 US-Dollar (rund 61.000 Euro) geholt.

Thiem ließ nach dem Match allen Respekt für die Leistung Tsongas erkennen, aber auch durchblicken, dass er selbst nicht sein bestes Tennis gezeigt hat. "Die Woche war auf jeden Fall in Ordnung, aber heute war der Jo einfach zu stark. Das muss ich anerkennen und abhaken und ab nach Miami", sagte der Niederösterreicher nach dem Match.

Abgesehen von seinem Doppeleinsatz am Donnerstag gilt der Fokus freilich schon dem nächsten Trip nach Florida. "Ich muss jetzt schauen, dass ich wieder neue Kraft tanke für Miami. Ich glaube, dass es gut sein wird, dass ich jetzt ein paar Tage habe", sagte Thiem, der auch froh ist, dass sein Coach Günter Bresnik kommende Woche wieder mit von der Partie ist. Da werde man "die ganzen leichten Patzer ausmerzen, die sich jetzt sicher eingeschlichen haben in den letzten Wochen. Dann bin ich zuversichtlich, dass ich in Miami wieder frisch und gut spielen werde."

285 Punkte fehlen auf die Top Ten

Thiem ist der Star des ATP-Tennisturniers in der letzten April-Woche in München. Zumindest nach der aktuellen Weltrangliste würde der 22-Jährige als aktueller Weltranglisten-13. in der bayrischen Metropole auf Position eins gesetzt sein. Nach derzeitiger Nennung folgen der Franzose Gael Monfils (16), der Spanier Roberto Bautista Agut (17) und der Belgier David Goffin (18).

Die heimischen Farben vertreten bei diesem Sandplatz-Turnier vor allem Thiems Indian-Wells-Doppelpartner Philipp Kohlschreiber und der dort wie Thiem ins Achtelfinale vorgedrungene Youngster Alexander Zverev. Turnierdirektor Patrik Kühnen schwärmt aber vor allem von Österreichs Star. "Man kann fast sicher sein, dass Dominic Thiem Ende April in den Top 10 stehen wird, wenn er weiter dieses Weltklassetennis zeigt, wie das zuletzt der Fall war", prognostizierte der ehemalige Profi.

Aktuell fehlen Thiem weiter 285 Punkte auf die Top Ten. Diese Differenz könnte sich bis Montag noch vergrößern. Auch könnte der Niederösterreicher im Ranking noch einen Platz verlieren, sollten Goffin, Monfils oder der Kanadier Milos Raonic in Indian Wells ins Finale vordringen. Monfils und Raonic spielen gegeneinander um einen Halbfinalplatz. Hätte Thiem sein Achtelfinale gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga (3:6,2:6) gewonnen, hätte er seinerseits eine weitere Position gutgemacht.