Erstellt am 29. Oktober 2015, 21:59

Fenninger und Hirscher Österreichs "Sportler des Jahres". Die Ski-Stars Anna Fenninger und Marcel Hirscher sind Donnerstagabend im Rahmen der Lotterien-Galanacht des Sports zu Österreichs "Sportler des Jahres" 2015 gewählt worden.

 |  NOEN, APA

Für Fenninger ist es nach 2013 und 2014 bereits die dritte Auszeichnung, Hirscher erhielt den Titel zum zweiten Mal. Mannschaft des Jahres wurde das österreichische Fußball-Nationalteam. Der ÖFB-Equipe gelang dies zuletzt 1997.

Fenninger sorgte dafür, dass diese Auszeichnung zum sechsten Mal in Folge an einen Alpinski-Rennläuferin ging. Die 26-Jährige hatte bei der Ski-WM in Vail/Beaver Creek die Goldmedaillen im Super-G und Riesentorlauf gewonnen und war in der Abfahrt auf dem Silberrang gelandet.

Sie holte sich zum zweiten Mal in Folge den Gesamtweltcup und die Riesentorlaufwertung. In der Wahl der heimischen Sportjournalisten setzte sich die Salzburgerin vor Snowboarderin Claudia Riegler und Billardspielerin Jasmin Ouschan durch.

Fenninger live zugeschaltet

Fenninger war wegen ihrer schweren Knieverletzung nicht persönlich anwesend, aber in die vom ORF live übertragende Gala zugeschaltet. Sie erhielt die Trophäe von ihrer Salzburger Landsfrau Moser-Pröll überreicht. Die Salzburgerin zog an Auszeichnungen mit Petra Kronberger (Ski alpin) und Mirna Jukic (Schwimmen) gleich, Skilegende Annemarie Moser-Pröll ist mit sieben "Titeln" Rekordsiegerin.

Zugleich führte Fenninger die Erfolgsserie der ÖSV-Alpindamen fort, die durch Andrea Fischbacher (2010), Elisabeth Görgl (2011), Marlies Schild (2012) und nun dreimal Fenninger zum sechsten Mal in Folge Österreichs Sportlerin des Jahres stellen.

Hirscher vor Alaba und Thiem

Zum zweiten Mal nach 2012 wurde Marcel Hirscher zu Österreichs "Sportler des Jahres" gewählt. Musste sich der Salzburger in den vergangenen zwei Jahren Bayern-Fußballer und Teamkicker David Alaba geschlagen geben, so kürten ihn die Mitglieder der Sportjournalisten-Vereinigung Sports Media Austria heuer mit deutlichem Vorsprung auf Alaba und Tennis-Ass Dominic Thiem.

Hirscher hatte im Februar bei der alpinen Ski-WM in Vail/Beaver Creek die Goldmedaillen in der Kombination und im Teambewerb mit Österreich gewonnen und zudem die Silbermedaille im Riesentorlauf geholt. Im März sicherte er sich zum vierten Mal in Serie den Gesamtweltcup und heimste die kleinen Kugeln für die Disziplinwertungen im Riesentorlauf und Slalom ein.

ÖFB-Nationalteam Mannschaft des Jahres

Erstmals seit 18 Jahren wurde das österreichische Fußball-Nationalteam wieder "Mannschaft des Jahres" in Österreich. In der von den Mitgliedern von Sports Media Austria durchgeführten Wahl setzte sich das Team von Marcel Koller vor den Tischtennis-Herren (EM-Gold) und dem Alpinski-Team (WM-Gold) durch.

Das ÖFB-Team hat als souveräner Gruppensieger und ungeschlagen (9 Siege/1 Remis) die Qualifikation für die EM 2016 in Frankreich geschafft und wird kommende Woche erstmals unter den Top Ten der Weltrangliste aufscheinen. Aufgrund ihrer Vereins-Verpflichtungen waren nur wenige Fußballer am Donnerstagabend bei der Lotterien-Gala "Nacht des Sports" im Wiener Austria Center anwesend. Teamchef Koller, der mit dem Special Award ausgezeichnet wurde, der verletzte Stammtormann Robert Almer sowie ÖFB-Präsident Leo Windtner waren bei der Preisverleihung aber zugegen.

Der Reinerlös des Abends kommt wie immer gänzlich der Förderung von Österreichs Nachwuchs- und Spitzensportlern mit und ohne Behinderung zugute.

Grünberg-Auftritt emotionaler Höhepunkt

Emotionaler Höhepunkt des Abends war aber der Auftritt der ehemaligen Stabhochspringerin Kira Grünberg, die seit einem Trainingsunfall Ende Juli querschnittsgelähmt ist. Das Projekt "Laufen für Kira" wurde mit dem Preis "Sportler mit Herz" ausgezeichnet, Mittelstreckler Andreas Vojta reichte stellvertretend für Lauf-Organisator Wilhelm Lilge (team2012.at) die 5.000 Euro gleich an die Tirolerin weiter.

"Ohne Unterstützung hätte ich es nicht geschafft, diesen Weg zu gehen. Die Anteilnahme hat mir geholfen, darüber hinwegzukommen. Es ist ja kein schlechtes Leben", sagte Grünberg mit Tränen in den Augen und nach minutenlangem Applaus und Standing Ovations.

"Sportler des Jahres mit Behinderung" wurde Patrick Mayrhofer (Snowboard), bei den Damen setzte sich zum bereits fünften MalClaudia Lösch (Ski alpin) durch. Special-Olympics-Sportler des Jahres wurde Jochen Hugmann (Tischtennis). Der in einer Publikumswahl ermittelte Aufsteiger des Jahres ist Skispringer Stefan Kraft, der sich mitten in der Saisonvorbereitung befindet und den Weg nach Wien nicht angetreten hatte.