Erstellt am 17. Juni 2016, 11:06

Fokus auf Olympia - EM für Pranz als Zwischenstation. Florettfechter Rene Pranz möchte sich am Montag in Torun mit einem guten EM-Ergebnis in der Setzliste für die Olympischen Spiele noch verbessern.

»Fecht-Guru« Giovanni Lottspeich gratulierte seinem einstigen Schützling, Rene Pranz, zu dessen Olympia-Qualifikation.  |  NOEN, Alexander Wastl
Die Titelkämpfe in Polen hatten für den in Salzburg lebenden Mödlinger in den vergangenen Wochen aber nicht unbedingt Priorität, sein Hauptaugenmerk gilt seit der Mitte April im letzten Moment geschafften Qualifikation den Sommerspielen im August in Rio.

"Die EM ist auf jeden Fall ein Maßstab, wo man steht. Meine Vorbereitung ist aber auf Olympia ausgerichtet, deshalb habe ich auf die EM keine Rücksicht genommen", sagte Pranz, der in dieser Woche in Salzburg mit britischen Olympia-Teilnehmern trainiert hat. Dennoch erhoffe er sich freilich - wie schon dreimal geschafft - ein EM-Spitzenergebnis. "Ich möchte natürlich mein volles Potenzial abrufen, dann ist jeder schlagbar. Die Top Ten wären ein starkes Ergebnis", gab sich Pranz zuversichtlich.

Nach dem Einsatz in Polen plant der 30-Jährige eine zweiwöchige Kraftaufbau-Phase im Olympiazentrum Rif. Danach gönnt er sich einen Kurzurlaub mit seiner Freundin, ehe vor Olympia noch weitere Trainingslager in London und Russland auf dem Programm stehen.

Umzug nach Salzburg mit 22 Jahren

Der im Fechtzentrum Mödling groß gewordene EM-Siebente von 2011 ist im Alter von 22 Jahren nach Salzburg übersiedelt. Die besseren Möglichkeiten im Olympiazentrum hätten ihn zum Umzug bewogen, erläuterte der Wirtschafts-Student. Trotz der guten Infrastruktur in der Mozartstadt sind Trainingslager im Ausland aufgrund der internationalen Sparringpartner unerlässlich. Aber gerade die Finanzierung dieser habe sich mitten in der Olympia-Qualifikation schwierig gestaltet, so Pranz.

"Ich bin bis letztes Jahr gut vom Bundesheer und dem Team Rot-weiß-rot gefördert worden. Dann gab es aber die schräge Situation, dass ich mitten im Olympiajahr aus allen Förderungen rausgefallen bin und ich kein Budget mehr gehabt habe", bedauerte der im Herbst 2015 zum ungünstigsten Zeitpunkt nach vielen Jahren aus dem Heeressportler-Programm ausgeschiedene Wahl-Salzburger.

Trainingslager aus eigener Tasche finanziert

Die verbliebene Unterstützung durch den Fechtverband sei für die Finanzierung einer professionellen Vorbereitung nicht ausreichend. Deshalb habe er viel selbst bezahlen müssen. "Die Trainingslager in London und Polen gingen auf eigene Kosten."

Nach dem fixierten Rio-Ticket habe er vergeblich auf eine raschere Klärung der Fördergelderfrage gehofft. "Ich habe gedacht, dass zumindest nach der Quali die Vorbereitung auf Olympia gezahlt wird", meinte Pranz. Nach wochenlangem Warten habe er aber mittlerweile von mehreren Seiten gehört, dass es bald eine Lösung geben soll. "Es wurde mir nicht leicht gemacht, aber vielleicht habe ich es ja gerade deshalb geschafft", fasste Pranz den diesbezüglich suboptimalen Weg zu Olympia zusammen.