Erstellt am 30. März 2016, 05:34

von Fritz Hauke

Ein Talent ohne Stress. EM-Quali mit der U21? Auf Abruf beim A-Team? Abstiegskampf? Poker um neuen Vertrag? Der Grafenbacher Florian Grillitsch ist nicht aus der Ruhe zu bringen.

Für einen Platz im A-Team hat es diesmal noch nicht gereicht. Florian Grillitsch stand bei Marcel Koller aber zumindest auf der Abrufliste.  |  NOEN, APA/Patrik Stollarz
„Wo ist denn der Grillitsch?“ Vergebens machten die Fans beim Test der U21 gegen die Ukraine ihren Hals lang. Florian Grillitsch stand beim Probegalopp nicht am Feld – ausgerechnet bei dem Match in Bad Erlach, wenige Minuten von seinem Elternhaus in Grafenbach. Eine Muskelverhärtung machte Grillitsch einen Strich durch die Rechnung. „Ich wollte nichts riskieren“, so der 20-Jährige.

Für ein Rauschen im medialen Blätterwald sorgte Anfang März eine voreilige Meldung seines Vereins Werder Bremen. Die deutsche Bundesliga hatte Zlatko Junuzovic und Grillitsch zur Einberufung zum A-Nationalteam gratuliert – basierend auf einer Anfrage des ÖFB. Wie sich herausstellte: Grillitsch war für die Länderspiele gegen Albanien und die Türkei „nur“ auf Abruf dabei. Ein Achtungserfolg, bei Teamchef Marcel Koller am Radar zu sein: „Ich sehe das schon auch als Erfolg für mich und dass da meine Leistungen anerkannt wurden.“

Mit dem Großereignis Europameisterschaft in Frankreich vor der Tür, ist die Kaderzugehörigkeit natürlich eine spannende Frage. Doch Grillitsch bleibt cool: „Darüber mache ich mir ehrlich gesagt keinen großen Kopf. Wie gesagt – ich konzentriere mich auf die U21 und auf Werder Bremen. Ich mache mir da keinen Druck.“

„Ich sehe das schon auch als Erfolg für mich
und dass da meine Leistungen anerkannt wurden.“
Florian Grillitsch über seinen Platz auf der Abruf-Liste

Grillitsch hat sich in den vergangenen Monaten bei Werder Bremen seinen Stammplatz erarbeitet, im Cup gegen Leverkusen auch sein erstes Pflichtspiel-Tor erzielt. Seine Ausbildung war blau-gelb. Bei SVSF Pottschach die Nachwuchsmannschaften durchlaufen, später in die St. Pöltner Akademie gewechselt. Von dort der Sprung in die große, weite Fußballwelt.

„Ich glaube, dass ich mit der Ausbildung, die ich in Österreich gemacht habe, einen guten Grundstein gelegt habe. Ich habe dann für mich die Entscheidung getroffen und gesagt, jetzt bin ich so weit. Ich wollte immer in Deutschland spielen. Zurückblickend kann ich sagen, dass das der richtige Schritt war. Wenn ich aber jetzt hier sitzen würde und hätte keine Bundesliga-Spiele, würde ich vielleicht sagen, dass es nicht der richtige Schritt war.“

Der nächste Schritt, der für Grillitsch am Plan steht, sind die Vertragsverhandlungen mit Werder Bremen. Auch hier halten sich die Schweißperlen auf seiner Stirn in Grenzen. Die Bremer wollen ihn unbedingt halten –  wissen auch, dass die Konkurrenz nicht schläft. Vergangenen Sommer stand Grillitsch unter anderem bei Borussia Dortmund am Zettel: „Über den Vertrag mache ich mir gar keine Gedanken. Ich konzentriere mich auf das Wesentliche …“