Erstellt am 18. Juli 2016, 15:46

von APA Red

Salzburg will auch in Liepaja lettischen Riegel knacken. Ein Betriebsausflug wird Salzburgs Reise nach Liepaja nicht. Weil das Hinspiel der zweiten Qualirunde zur Champions League in der Vorwoche trotz klarer Dominanz nur zu einem 1:0 reichte, müssen die "Bullen" am Dienstag (18.00 MESZ/live ORF eins) höchst konzentriert zu Werke gehen. "Für ein Auswärtstor sind wir immer gut", meinte Routinier Christian Schwegler vor dem Duell mit dem Außenseiter.

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Schließlich will Salzburg gegen einen biederen, im Hinspiel extrem tief stehenden Kontrahenten keine Blamage und damit das völlig Europacup-Blackout in dieser Saison riskieren. "Ich erwarte Liepaja ähnlich wie schon im ersten Spiel. Sie haben gezeigt, dass sie defensiv sehr kompakt stehen und zweikampfstark sind. Aber natürlich brauchen sie, um weiterzukommen, ein Tor. Das wollen wir mit allen Mitteln vermeiden", sagte Oscar.

Auch sein Pendant, Viktors Dobrecovs, der nach Hinspiel "keinen riesigen Unterschied" zwischen den Teams erkannt haben wollte, schonte am Samstag einige seiner Kicker. Gegen die unterklassige Truppe von Caramba Riga reichte das zu einem 5:2-Erfolg.

Verteidiger Schwegler sieht den Schlüssel zum Erfolg in der Defensive: "Wichtig wird es sein, dass wir, so wie schon im Heimspiel, defensiv gut stehen und keine Torchancen zulassen", meinte der Routinier. Dass ein Abwehr-Aussetzer fatal sein kann, hätte man in Salzburg fast in der Schlussphase erleben müssen, als ein Schuss von Valerijs Afanasjevs nur knapp neben die Stange ging.

Mit den eigenen Möglichkeiten verfuhr die Oscar-Elf recht sorglos. Soriano machte mit dem späten Treffer (83.) immerhin seine bis dahin ungewohnt nervöse Vorstellung im Abschluss vergessen. "Wir müssen mit unseren Chancen noch konzentrierter als im Hinspiel umgehen", mahnte Schwegler. Das vom Schweizer angesprochene Auswärtstor - tatsächlich erzielte man zuletzt beim 0:0 in Graz am 2. März keinen Treffer in der Fremde - ist prinzipiell freilich nicht nötig. Es würde schon reichen, die saisonübergreifende Serie von 17 Pflichtspielen ohne Niederlage weiter auszubauen.

Dem Aufsteiger winkt ein Duell mit Ungarns Meister Ferencvaros Budapest, bei dem neben Ex-Austrianer Emir Dilaver seit diesem Sommer auch Salzburgs Leihspieler Marco Djuricin engagiert ist. Das Team des deutschen Trainers Thomas Doll hat nach dem 1:1 im Auswärtshinspiel beim albanischen Club Partizani Tirana die besseren Karten. Gewissheit bezüglich ihres Gegners in der 3. Qualirunde haben die Salzburger aber erst am Mittwochabend.

Die Reise nach Lettland ist für Salzburg zugleich ein Trip in die jüngere Vergangenheit und damit die Prä-Rangnick-Ära. Unter Trainer Ricardo Moniz feierte man im Juli 2011 in der Europa-League-Qualifikation beim damals noch als Metalurgs Liepajas firmierenden Gegner einen souveränen 4:1-Sieg im Hinspiel. Mit einem lupenreinen Hattrick in der ersten Hälfte ging damals der Stern des 2015 nach China abgewanderten Brasilianers Alan auf.

Inzwischen sind Personal wie Philosophie freilich ganz anders. Vom damaligen Kader sind neben Schwegler nur noch Martin Hinteregger, Andreas Ulmer, Alexander Walke und Christoph Leitgeb mit an Bord. Die Namen etwa von Petri Pasanen, Leonardo oder Rasmus Lindgren sind hingegen längst verblasst.

Der belgisch-brasilianische Flügelspieler Wanderson machte die Reise nach Lettland am Montag mit. Der 21-Jährige war im Sommer von Getafe nach Salzburg gewechselt, die Freigabe aus Spanien ist bisher aber nicht eingetroffen. Sollte dies rechtzeitig der Fall sein, könnte Wanderson am Dienstag (18.00 Uhr/live ORF eins) gegen Liepaja für die Salzburger debütieren.

Nicht im Kader für das Zweitrunden-Rückspiel der Champions-League-Qualifikation stehen die Neuzugänge Stefan Stangl und Marc Rzatkowski sowie Stürmer Hwang Hee-chan. Das Trio trat die Reise nach Lettland ebenso wie der lange am Knie verletzte frühere ÖFB-Teamspieler Christoph Leitgeb nicht an. Auch Mittelfeld-Youngster Xaver Schlager blieb nach Österreichs Aus bei der U19-EM in Deutschland zu Hause.