Erstellt am 08. Dezember 2015, 05:18

von Bernhard Schiesser

„Hab’ Gewichtsproblem“. Thomas Diethart (23) wiegt um drei Kilo mehr als bei seinem Tourneesieg. Der Michelhausener will nach Verletzungspause dennoch wieder Richtung Weltklasse abheben.

Nicht zu glauben: Thomas Diethart hat zu viele Kilo auf den Rippen. Der Michelhausener will drei Kilo abspecken.  |  NOEN, Foto: Privat

NÖN: Der Weltcup der Skispringer ging ohne Thomas Diethart los. Wann ist mit einem Comeback zu rechnen?
Thomas Diethart: Mein Plan ist, dass ich spätestens bei der Vierschanzentournee wieder in der Weltcupmannschaft bin. Ich musste zuletzt aufgrund von Verletzungen eine Pause einlegen und habe erst vor wenigen Tagen wieder mit den ersten Trainingssprüngen begonnen.

Apropos Verletzung: Ihr Trainer Heinz Kuttin hat Ihnen aufgrund einer übergangenen Blessur falschen Ehrgeiz unterstellt. Zu Recht?
Diethart: Ja, mit dieser Kritik hat er sicher Recht. Ich hatte schon in der vorigen Saison immer wieder mit einer Knieverletzung, die von einer Überbelastung hervorgerufen wurde, zu kämpfen. Ich habe trotz Schmerzen weitertrainiert, was natürlich ein Blödsinn war. Dadurch habe ich wiederum den Fuß falsch belastet, was wiederum andere Wehwehchen nach sich zog. Jetzt fühle ich mich wieder gut, habe aber natürlich Trainingsrückstand. Ich muss mich über die Continentalcupspringen wieder herankämpfen.

War das der Hauptgrund dafür, dass Sie in der vorigen Saison nicht an die großen Erfolge vor zwei Jahren anschließen konnten?
Diethart: Das war einer der Gründe, der jetzt hoffentlich behoben ist. Ich habe aber auch ein Gewichtsproblem. Ich gehöre nun mal zu den kräftigeren Typen im Springerzirkus. Ich muss deshalb noch mehr auf meine Ernährung achten als andere. Süßigkeiten kann ich mir aufzeichnen …

Ist es – ähnlich wie bei Frauen – unhöflich, Skispringer nach ihrem Gewicht zu fragen?
Diethart: Nein, nein (lacht). Ich halte jetzt bei 62 Kilo, voriges Jahr hatte ich 63, bei meinem Tourneesieg aber nur 59. Leicht fliegt gut. Das ist eine ganz einfache Rechnung. Es ist aber nicht damit getan, einfach drei Kilo runterzuhungern. Das muss langsam passieren, damit ich nichts an Energie und Kraft einbüße.

Wie gehen Sie damit um, als ehemaliger „Überflieger“ plötzlich wieder hinterherzuspringen?
Diethart: Damit hatte ich in der vorigen Saison meine Schwierigkeiten. Da wusste ich wirklich nicht, wie ich es angehen soll. Ich war am Saisonbeginn nicht in Form, dann ist das mit dem Fuß dazugekommen und irgendwann ist gar nichts mehr gegangen.

Sind Sie überzeugt davon, dass es wieder gehen wird und Sie wieder ganz vorne mitspringen?
Diethart: Ich habe aus den letzten Monaten viel gelernt. Das Wichtigste: Ich brauche meine innere Ruhe, um erfolgreich zu sein. Da war oft zu viel Brechstange dabei. Ich weiß aber nach wie vor, dass ich es kann. Ich komme stärker zurück.