Erstellt am 25. April 2017, 03:00

von Claus Stumpfer

Viktor Szilagyi im Gespräch. Viktor Szilagyi hat seinen Stammverein Union St. Pölten besucht. Mit der NÖN sprach er über seine Verletzung, Karrierepläne und Martin Hausleitners „Beförderung“.

Viktor Szilagyi (l.) besuchte am Wochenende seine alte Heimat St. Pölten und ehrte die U 20 der Falken, die den Meistertitel in der HBA geholt hat. Mit NÖ-Handball-Legende Gunnar Prokop (r.), der nach seinem Ski-Unfall wieder auf den Beinen ist, plauderte er angeregt.  |  Claus Stumpfer

NÖN: Sie sind Sportlicher Leiter des deutschen Bundesliga-Klubs Bergischer HC und sprangen, als Not am Mann war, noch einmal als Spieler ein. Ihr Comeback mündete in einer schweren Knieverletzung. Ein Fehler, dass Ihre große Karriere so enden muss?

Szilagyi: Wir sind im Klub zur Überzeugung gekommen, dass ich es versuchen soll, um Ausfälle zu kompensieren. Ich konnte in der Spielpause im Winter die Vorbereitung mitmachen, vor einer Verletzung ist man aber nie gefeit. Ich bin leider oft von Verletzungen gestoppt worden.

Und Sie sind immer noch stärker zurückgekommen. Haben Sie da mit Mentaltrainern gearbeitet?

Szilagyi: Nein, mein Vater war immer mein Rückhalt. Seit meinem sechsten Lebensjahr hat er mich als Handballer geformt. In St. Pölten verdanke ich auch dem einstigen Union-Obmann Herbert Kocevar viel. Die 80er- und 90er-Jahre waren eine tolle Zeit, um in St. Pölten als Handballer groß zu werden. Die Schulkooperationen von damals waren vorbildhaft. Mit der Union und dem ESV gab es zwei Klubs, die sich gepusht haben. St. Pölten hat so etliche Nationalteamspieler produziert. Wenn ich hierher komme und alte Freunde treffe, tanke ich Kraft!

Es spielen derzeit viele Österreicher in Deutschland Handball. Warum keiner bei Ihrem Klub?

Szilagyi: Die Österreicher, die das Zeug haben, in der Deutschen Bundesliga zu spielen, tun das. Ich verfolge mit Interesse die HLA, aber zuletzt bei großen Turnieren mit dem Nationalteam dabei gewesen zu sein, hat österreichischen Spielern erst wirklich die Türen geöffnet.

Ein Mann, der großen Anteil hatte, dass dies möglich war, wurde EHF-Generalsekretär. Kann Martin Hausleitner in seiner neuen Funktion Österreichs Handball so helfen, wie er es bislang getan hat?

Szilagyi: Zunächst freut es mich, dass seine Arbeit auf diese Weise in der EHF Würdigung erfährt. In Österreich fürchte ich, wird Martin aber eine große Lücke hinterlassen.

Könnten die nicht Sie füllen? Oder würde Sie eine Trainerstelle bei einem Großklub mehr reizen?

Szilagyi: Hausleitners Position kann man nicht unvorbereitet übernehmen, dazu benötigt man ein Konzept. Mein Vertrag in Wuppertal verlängert sich jetzt auf unbeschränkte Zeit und ich will die Trainer-Lizenz machen. Aber sag’ niemals nie. Ich schließe nichts aus.