Erstellt am 05. Januar 2016, 05:38

von Bernhard Schiesser

Zeit des Umbruchs. Österreichs Nationalteam führt seine WM-Qualigruppe an. Ohne die Altstars Szilagyi, Ziura & Co. steht aber mehr die Verjüngungskur denn die Qualifikation im Zentrum.

Da geht's lang! Der St. Pöltner Viktor Szilagyi wird dem Handballnationalteam auch beim anstehenden Umbruch helfen.  |  NOEN, APA/Helmut Fohringer

Seit der Heim-Europameisterschaft 2010 war Österreichs Nationalmannschaft bei drei weiteren Endrunden qualifiziert, also Stammgäste in der großen Handballwelt. Die Stars rund um Viktor Szilagyi, Vitas Ziura & Co. sorgten für ein nicht für möglich gehaltenes Handballwunder.

Das Wunder macht jetzt Pause. Bewusst, geplant, aber nach Möglichkeit kurz. Das ÖHB-Team will einen Schritt zurückgehen, um dann wieder weitere nach vorne tun zu können. Der Grund: Zahlreiche verdiente Teamspieler erklärten ihren Rücktritt oder stehen – so wie der St. Pöltner Teamkapitän Szilagyi – nur noch bei dringendem Bedarf zur Verfügung.

In der laufenden WM-Qualifikation für die Endrunde 2017 in Frankreich sind die Mannen rund um Teamchef Patrekur Johannesson trotzdem auf Schiene. Am Mittwoch wartet das Auswärtsspiel in Italien, ehe es am Samstag in der Südstadt (20.25 Uhr) abermals gegen die Italiener weitergeht. Noch im Jänner warten mit Rumänien und Finnland die weiteren Gruppengegner. Gelingt Platz eins, würde auf dem Weg nach Frankreich allerdings in zwei Play-Off-Spielen noch ein europäischer Topgegner warten. „Die Quali ist diesmal eher unwahrscheinlich. Das wissen wir. Deshalb nehmen wir jetzt bewusst den Umbruch in Angriff“, betont ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner. Der Tullner ist aber guter Dinge, dass das Nationalteam in absehbarer Zeit wieder an alte Erfolge anschließen wird können: „Im Herbst geht es mit der EM-Quali los. Da haben wir schon wieder das Ziel, uns zu qualifizieren.“

Bilyk und Santos vor Wechsel nach Kiel

Genährt wird Hausleitners Hoffnung durch zwei bevorstehende Transfers. Mit Flügel Raul Santos und Aufbautalent Nikola Bilyk stehen zwei Teamspieler vor dem Wechsel zum deutschen Top-Klub THW Kiel. Gemeinsam mit Magdeburg-Legionär Robert Weber sollen sie künftig das ÖHB-Team anführen.

Bereits zu den Routiniers im Team zählt Torhüter Thomas Bauer (29). Der Badener, derzeit bei Istres in Frankreich engagiert, ist in Abwesenheit von Routinier Nikola Marinovic Österreichs neue Nummer eins zwischen den Pfosten. Mit Christoph Neuhold (21) und Sebastian Feichtinger (23) stehen auch zwei vielversprechende Handballer des UHK Krems im ÖHB-Kader. „Beide werden in den nächsten Monaten Spielzeit bekommen und können sich beim Teamchef empfehlen“, so Hausleitner. Beim 34:30-Testspielsieg gegen Portugal tat das Feichtinger mit zwei Treffern und Neuhold mit einem.

Ganz ist die Ära des St. Pöltner Handball-Idols Viktor Szilagyi im Nationalteam noch nicht vorbei. Der eben von einer Verletzung genesene 37-Jährige will dem ÖHB-Team helfen, solange er als Profi tätig ist. „Jede Sekunde, die Viktor auf dem Feld steht, ist ein unbezahlbares Geschenk an den österreichischen Handball“, betont Hausleitner.