Erstellt am 31. Mai 2016, 23:02

von Bernhard Schiesser

Im Schongang zum Testpielsieg. Österreich siegt gegen Malta mit 2:1. Nach schnellen zwei Toren von Marko Arnautovic und Alessandro Schöpf stand aber nur noch eines im Mittelpunkt: Schonung! In der Schlussphase unterlief ausgerechnet Superstar David Alaba ein unglaublicher Fauxpas, der zu einem Eigentor führte.

Nach seinem Eigentor war David Alaba der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Österreich präsentierte sich noch nicht in EM-Form.  |  NOEN, APA/Eggenberger
Fraglich, ob die beiden Trainer des ungarischen Nationalteams auf der Tribüne das zu sehen bekamen, was sie sich erhofften zu sehen. Andreas Möller und Bernd Storck machten sich zwar fleißig Notizen, wirklich Aufschlüsse brachte das Testspiel gegen Malta zwei Wochen vor dem Duell in Bordeaux aber wohl nicht. Schon alleine deshalb, weil Trainer Marcel Koller mit David Alaba, Christian Fuchs und Keeper Robert Almer auf drei Stammspieler verzichtete.

Österreich startete so, wie man es erwarten durfte. Marko Arnautovic luchste schon in der 4. Minute Verteidiger Agius am gegnerischen Sechzehner den Ball ab und vollendete trocken zur Führung. Auch die zweite gelungene Offensivaktion wurde nach 18 Minuten mit einem Tor belohnt. Über Florian Klein kam der Ball zu Zlatko Junuzovic, der Alessandro Schöpf freispielte. Der Testspieldebütant schob den Ball zum 2:0 in die Maschen. Danach schalteten die Österreicher sichtlich um einen Gang zurück. Besonders in den Zweikämpfen ließen die Österreicher ein ums andere Mal die nötige Entschlossenheit vermissen. Zehn Tage vor dem EM-Start wollte sichtlich kein Spieler mehr eine Verletzung riskieren.

Mit Marc Janko und Markus Suttner standen zwei Niederösterreicher in der Startelf. Für Janko war es nach wochenlanger Verletzungspause der erste richtige Härtetest, den der Mödlinger auch bestand. Bis auf einen Kopfball, der knapp übers Tor strich, war Österreichs Goalgetter aber selten auffällig. Suttner ersetzte Teamkapitän Christian Fuchs auf der linken Abwehrseite. Der Wullersdorfer agierte vor allem in der Anfangsphase auffällig nervös. Nach einigen Fehlpässen erfing sich der Ingolstadt-Legionär langsam. Wirkliche Impulse gab Suttner dem Spiel der Österreicher aber nicht.

Impulse gab dem rot-weiß-roten Spiel vor allem nach der Pause kaum noch jemand. Wenig Bewegung, kaum Tempo – in dieser Form hatten selbst die limitierten Gäste aus Malta wenig Mühe die Österreicher in Schach zu halten. Als sich unter den 20.200 Zuschauern im Klagenfurter Stadion schon Langeweile breit machte, blieb ihnen kurz vor dem Ende doch noch einmal der Mund offen stehen – allerdings vor Schrecken. Der eingewechselte David Alaba wollte sich im eigenen Strafraum in den Spielaufbau einschalten. Von einem Gegner unter Druck gesetzt, spielte er einen Rückpass auf seinen Keeper Ramazan Özcan, der stand aber nicht dort, wo ihn der Bayern-Star vermutete. Der Ball kullerte ins verwaiste Tor.
Die Partie endete letztlich zwar mit dem erwarteten Sieg für Österreich, Selbstvertrauen tankte die Koller-Elf mit dieser Leistung aber nicht.

Stimmen zum Spiel:

ÖFB-Teamchef Marcel Koller: „Es war wichtig, dass wir nach dem Trainingslager in der Schweiz wieder in den Rhythmus kommen. Ganz so gut ist uns das nicht gelungen. Da fehlte noch viel. Wir hatten keinen Rhythmus, keine Spritzigkeit.“

Torschütze Alessandro Schöpf: „Es war kein einfaches Spiel für uns. Wir haben zu langsam nach vorne gespielt. Vielleicht hat auch ein bisschen die Konzentration gefehlt.“

Eigentor-Schütze David Alaba: „Ich dachte, dass Rambo im Tor steht, aber er ist neben dem Tor gestanden. Ich nehme das Tor auf meine Kappe. Das war ganz klar meine Schuld. Uns ist bewusst, dass wir noch viel Luft nach oben haben. Wir werden bis zur EM schon noch unseren Rhythmus finden.“

ÖSTERREICH – MALTA 2:1 (2:0).

Torfolge: 1:0 (4.) Arnautovic, 2:0 (18.) Schöpf, 2:1 (87.) Alaba (Eigentor).
Gelbe Karte: Gatt Baldacchino (20., Foul).
Österreich: Lindner (46. Özcan); Klein, Dragovic, Hinteregger, Suttner; Baumgartlinger (46. Ilsanker), Schöpf (63. Alaba); Harnik (64. Hinterseer), Junuzovic, Arnautovic (46. Sabitzer); Janko (72. Okotie).
Malta: Bonello (90. Haber); Gatt Baldacchino, Agius, Camilleri (79. Pisani), Z. Muscat, Failla; Kristensen (77. R. Muscat), Briffa, Sciberras (83. Cremona), Gambin; Farrugia (67. Mifsud).
Wörthersee-Stadion, 20.200 Zuschauer, SR Gestranius (FIN).