Erstellt am 12. Januar 2016, 09:07

von Bernhard Schiesser

Kerschbaumer: "Alles viel intensiver". Konstantin Kerschbaumer spielt seit Sommer beim englischen Zweitligisten Brentford. Der Tullner fand sich in der "Knochenmühle" rasch zurecht, saß zuletzt aber oft auf der Tribüne.

18 Ligapartien hat Konstantin Kerschbaumer (r.) in dieser Saison in den Knochen. Zuletzt saß der 23-Jährige oft auf der Tribüne. Am Samstag durfte er im FA-Cup wieder spielen, schied mit Brentfort aber gegen Drittligisten Walsall aus.  |  NOEN, GEPA pictures/ AMA sports

NÖN: In der englischen Championship gibt es 24 Vereine, also 46 Runden. Dazu diverse Cup-Bewerbe. Wie hält ein Fußballprofi das aus?

Konstantin Kerschbaumer: Stimmt, wir haben pro Woche bis zu drei Spiele. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt da nicht (lacht). Auszuhalten ist das schon. Es gibt fast täglich nach dem gemeinsamen Frühstück medizinische Tests, wo genau analysiert wird, wie man körperlich beisammen ist.

Und es gibt natürlich die Möglichkeit zu rotieren. Sie fehlten in den letzten Ligaspielen im Kader. Aus Rotationsgründen?

Kerschbaumer: Ich bin seit fünf Monaten in England und habe bereits den dritten Trainer. Unter dem ersten habe ich fix gespielt, unter dem zweiten war ich meist Wechselspieler und unter dem aktuellen Trainer Dean Smith habe ich zuerst immer gespielt. Dann gab mir der Coach eine Rotationspause von einem Spiel. Das „Blöde“ war, dass wir dieses Spiel gewonnen haben und er seither nichts mehr geändert hat. Jetzt muss ich auf meine Chance warten. Ich gebe aber im Training Vollgas, und das honoriert der Trainer auch. Ich bin überzeugt davon, dass ich bald wieder regelmäßig spiele.

Was sind die gravierendsten Unterschiede zwischen englischem und österreichischem Fußball?

Kerschbaumer: Es ist alles viel intensiver und viel schneller. Im Spiel hast du kaum einmal eine Phase, wo du sicher den Ball hast. Es geht ständig hin und her. Grundsätzlich komme ich damit aber gut zurecht.

Wie gut kommen Sie mit der Millionenstadt London zurecht?

Kerschbaumer: Mir taugt’s hier. London ist riesig und nicht einmal mit Wien vergleichbar. Mit dem Auto ins Zentrum zu fahren ist nahezu unmöglich. Ich wohne mit meiner Freundin in einer Wohnung direkt beim Stadion. Außerdem unternehmen wir sehr viel mit den England-Legionären Basti Prödl, Kevin Wimmer und Marko Djuricin.

Für deine Ex-Vereine Admira und SKN St. Pölten lief es im Herbst hervorragend. Überrascht?

Kerschbaumer: Mit der Admira habe ich ja noch den größten Teil der Vorbereitung im Sommer gemacht und ich war mir damals schon sicher, dass diese Mannschaft nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird. Das ist eine junge, bissige Mannschaft. Bei St. Pölten freut mich auch riesig, dass es jetzt endlich Richtung Aufstieg geht. Dieser Verein mit seinem tollen Stadion gehört in die Tipico Bundesliga.