Erstellt am 15. Februar 2016, 17:48

von Claus Stumpfer

Kräftemessen der künftigen Wintersport-Stars. Die 2. Olympischen Jugend-Winterspiele 2016 werden vom 12. bis 21. Februar 2016 in Lillehammer ausgetragen. NÖN-Sportredakteur Claus Stumpfer liefert - täglich aktuell und exklusiv für NÖN.at - Einblicke aus erster Hand.

NÖN-Sportredakteur Claus Stumpfer mit IOC-Präsident Thomas Bach.  |  NOEN, Christopher Kelemen/GEPA Pictures
Genau 22 Jahre nachdem die Olympischen Spiele in der norwegischen Kleinstadt stattgefunden haben, gibt es jetzt in einer etwas kleineren Auflage die 2. Olympischen Jugendspiele in Lillehammer, die ihre Premiere vor vier Jahren in Innsbruck hatten.

Und bei den wintersportverrückten Norwegern hat der Event großen Stellenwert, das wurde schon bei der Ankunft im beschaulichen 28.000-Einwohner-Ort klar. Aus allen Fenstern der Häuser in der schmucken Flaniermeile hängen norwegische Flaggen, und auch Schulklassen sorgen an den Sportstätten für Stimmung.

„Nur am Sonntag ließen sie aus, aber der Valentinstag ist traditionell auch Muttertag, und da haben die sportverrückten Norweger dann doch auch andere Prioritäten“, ist aber auch ÖOC-Präsident Karl Stoß von der Stimmung bisher - die Eröffnungsfeier fand bereits am Freitag statt – begeistert.

IOC-Präsident stand Rede und Antwort

Für eine kleine Schar österreichischer Journalisten gab es dann am Montagmorgen auch gleich ein erstes Highlight abseits der Sportstätten: IOC-Präsident Thomas Bach fand bei einem Empfang extra lange Zeit und nahm zu allen möglichen Dingen, welche die Olympischen Spiele betreffen, Stellung. Besprochen wurde von der Möglichkeit Olympischer Spiele auch mal wieder in Österreich bis zum Dopingskandal in der Leichtathletik und dessen möglichen Auswirkungen auf die Sommerspiele heuer in Rio so ziemlich alles.

x  |  NOEN, Stumpfer


Die Chancen einer österreichischen Kandidatur wollte er zwar nicht beziffern, aber er betonte diese Notwendigkeit, dass es möglichst viele Bewerbungen geben muss. 

Peking als Ausrichter verteidigte er aber vehement. „Es gibt zwei Arten von Kandidaten – zum einen jene, die auf ihr Erbe rekurrieren, dass sie einfach immer Wintersportnationen waren, so wie hier die Norweger und alle skandinavischen oder auch die alpinen Länder, und andererseits Staaten, in denen es das Potenzial für Wintersport gibt, dieses aber erst gehoben werden muss“, sieht er für Letzteres die Olympischen Spiele als entscheidende Bühne. „Und letztlich profitieren ja alle davon – auch die Wintersportnationen – schließlich bedeutet mehr Publikum mehr Sponsoren, mehr Wintertouristen, etc.“

Nachhaltigkeit spielt zentrale Rolle

Auch die Wichtigkeit der Olympischen Jugendspiele betonte Bach und lobte Norwegen als Ausrichter, wobei er auf das Thema Nachhaltigkeit zu sprechen kam. Diese müsse in allen Überlegungen für Olympische Spiele eine zentrale Rolle einnehmen.

Etwas zwiespältig blieb Bachs Urteil zum Dopingskandal in der Leichtathletik. Zwar meinte er zunächst, dass dieser die Olympischen Spiele in Rio nicht treffen würde – die Fans kommen wegen den Leistungen von Athleten wie Usain Bolt und bleiben nicht aus, weil Funktionäre und Trainer früher Schlimmes gemacht haben“ – um dann doch anzudeuten, dass man intensiv auf eine völlige Aufklärung der Fälle drängen müsse, und auch dies tun werde.
 
Nach dem Treffen mit Bach ging es dann endlich zu den Sportstätten. Mehr dazu morgen...