Erstellt am 05. Juli 2016, 03:36

Via Amsterdam nach Rio. Drei NÖ-Sportler können bei der Europameisterschaft in den Niederlanden noch auf den Olympia-Zug aufspringen. Allen voran die Neo-St. Pöltnerin Ivona Dadic. Bereits abgesagt hat Beate Schrott.

Will sich bei der EM für Olympia qualifizieren: St. Pöltens Ivona Dadic.  |  APA/ Stiplovsek

Niederösterreich ist - trotz der Absage Beate Schrotts - bärenstark vertreten im rot-weiß-roten Aufgebot für Titelkämpfe von Mittwoch bis Sonntag in Amsterdam. Für drei Starter geht’s um mehr als um die Ehre und um Edelmetall. Nämlich ums Olympiaticket.

Die Kaumberger 5.000-Meter-Läuferin Jennifer Wenth und „Diskus-Oldie“ Gerhard Mayer aus Franzensdorf müssen die Normbestätigung liefern, die vom Olympischen Comité für die Entsendung nach Rio gefordert wird.

Dadic ist "heiß auf den Wettkampf"

Ganz knapp dran am Olympia-Limit war Siebenkämpferin Ivona Dadic (22). Sie verpasste im „Mehrkampfmekka“ Götzis nur um vier Zähler die 6.200-Punkte-Marke. Die will sie diese Woche knacken. „Ich bin noch besser in Form als in Götzis“, versichert die Neo-St. Pöltnerin, die seit Jahresbeginn für die Union an den Start geht. „Jetzt bin ich heiß auf den Wettkampf, werde in Amsterdam um jeden Punkt kämpfen.“ Auf eine Nominierung durch das ÖOC ohne Limit will sich die gebürtige Oberösterreicherin nicht verlassen. „Ich werde alles geben, um die 6.200 Punkte zu erkämpfen.“

Rund eine Sekunde fehlt Jennifer Wenth auf die 5.000-Meter-Norm von 15:40 Minuten. „Absolut machbar“, weiß die Kaumbergerin, die nach langer Verletzungspause wieder ihre Form gefunden hat. Nach der sucht St. Pöltens Beate Schrott bislang vergeblich. Den für Rio geforderten 13,30 Sekunden lief sie bei den letzten Meetings deutlich hinterher, so auch zuletzt im schwedischen Sollentuna (13,54). Bitter bei einer persönlichen Bestzeit von 12,82 Sekunden. In St. Pölten hatte sich Schrott in den vergangenen Tagen vorbereitet – und gab am Montag bekannt, dass sie auf den EM-Start verzichten werde: „Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Ich möchte vor Rio kein unnötiges Risiko eingehen. So leid es mir tut: Olympia hat in diesem Fall Priorität.“

„Ich hoffe auf saubere Wettkämpfe“

Überschattet wird die EM von der Suspendierung der russischen Athleten nach dem Dopingskandal. „Ich hoffe auf saubere Wettkämpfe“, sagt der bereits fix für Rio qualifizierte Purgstaller Dominik Distelberger, „das tut brutal weh, wenn du erfährst, dass viele einstige Idole gedopt haben“. Ivona Dadic: „Zu ihnen haben wir früher aufgeschaut.“

Ihre Vorbilder hautnah erleben können St. Pöltens Hürdensprinterin Eva Wimberger und SVS-Youngster Dominik Hufnagl. Das Duo profitiert von der festgelegten Mindestteilnehmerzahl. Weil nicht genügend Athleten die Limits erbracht hatten, stockte der europäische Verband das EM-Feld auf.

 NÖ-EM-Starter

Damen: Jennifer Wenth (5.000 Meter/Kaumberg/SVS-Leichtathletik), Eva Wimberger (100 m Hürden/NÖ/Union St. Pölten), Andrea Mayr (Halbmarathon/SVS Leichtathletik), Ivona Dadic (Siebenkampf/NÖ/Union St. Pölten).

Herren: Dominik Hufnagl (400 m Hürden/NÖ/SVS-Leichtathletik), Markus Fuchs (100 m/ULC Mödling), Andreas Vojta (1.500 m/Gerasdorf/team2012.at), Gerhard Mayer (Diskus/Franzensdorf/SVS-Leichtathletik), Dominik Distelberger (Zehnkampf/UVB Purgstall).