Erstellt am 16. Februar 2016, 20:04

von Claus Stumpfer

Lindsey Vonn verrät ihr Erfolgsgeheimnis. Die 2. Olympischen Jugend-Winterspiele 2016 werden vom 12. bis 21. Februar 2016 in Lillehammer ausgetragen. NÖN-Sportredakteur Claus Stumpfer liefert - täglich aktuell und exklusiv für NÖN.at - Einblicke aus erster Hand.

Lindsey Vonn und Moritz Opetnik  |  NOEN, GEPA pictures/ Christopher Kelemen
Bei den Olympischen Jugendspielen in Lillehammer konnten sich die beiden Niederösterreicher Pia Zerkhold (Snowboard Base East Austria) aus Scheibbs und Marco Dornhofer (Union Trendsport Weichberger) aus Oberwölbling, beide besuchen die Snowboard-Akademie in Schladming, mit den Plätzen acht und neun behaupten.

Dornhofer, der zu den jüngsten Teilnehmern zählte, scheint unter den Startern des Jahrganges 1999 auf Rang zwei auf! Im Crossbewerb siegte bei den Damen die Amerikanerin Jake Vedder und bei den Herren Marion Petit (FRA).

ÖOC-Funktionäre standen Rede und Antwort

Am Montagabend war Österreichs Mediendelegation zu einem Abendessen mit den ÖOC-Funktionären im alten Brauhaus in Lillehammer geladen. Eines der Hauptthemen in den Gesprächen mit ÖOC-Präsident Karl Stoß und Generalsekretär Peter Mennel war natürlich eine mögliche Olympiabewerbung Österreichs für das Jahr 2026, nachdem IOC-Präsident  Thomas Bach klar signalisiert hatte, dass das IOC an einer österreichischen Bewerbung interessiert wäre (die NÖN bereichtete).

x  |  NOEN, Stumpfer


„Wir haben ungefähr ein Jahr Zeit für entsprechende Gespräche und Vorbereitungen“, ist Stoß bewusst, dass die Zeit durchaus bereits drängt. „Spätesten 2017 müsste klar sein, welche Region in Österreich sich dafür überhaupt bewerben will, 2019 fällt dann schon die Entscheidung über die Vergabe.“

Eine gemeinsame Bewerbung mit anderen Ländern, wie Südtirol oder Deutschland, wollte Stoß zwar nicht ausschließen, allerdings betonte er auch, dass Österreich durchaus auch das Potenzial habe, Olympische Spiele wieder alleine auszurichten. Auch Wien als eine mögliche Wettkampfstätte wäre für ihn eine interessante Option.

Kandidatur „keine g’mahte Wies’n“

Stoß ist aber auch klar, dass eine österreichische Kandidatur „keine g’mahte Wies’n“ ist. „Nach drei Spielen in Asien hat Europa natürlich sehr gute Chancen, die Spiele zu bekommen, aber es gibt sicher nicht nur eine Bewerbung in Europa“.

Und Generalsekretär Mennel riet in Richtung Journalisten: „Den Ball flach halten!“

Österreich bald wieder ÖOC-Mitglied?

Ein weiteres Thema war die Möglichkeit einer neuerlichen ÖOC-Mitgliedschaft Österreichs. Seit 1996 waren wir mit kurzen Ausnahmen ständig vertreten - bis zu Leo Wallners Rücktritt 2014  aus Altersgründen. Nun wurde Österreichs Präsident Karl Stoß vorgeschlagen und zwar von niemand Geringerem als Ex-IOC-Präsident Jacques Rogge sowie den IOC-Mitgliedern Patrick Hickey, Fürst Albert aus Monaco, Tsunekazu Takeda (Präsident des japanischen Komitees) und Prinzessin Nora von Liechtenstein.

Die Entscheidung fällt Anfang August, Prinzessin Anne aus England ist Vorsitzende der Findungskommission. Derzeit hat das IOC 94 Mitglieder, maximale Anzahl ist. Über seine Chancen wollte Stoß nichts sagen: „Da ist alles im Ungewissen!“ Auch ob das IOC auf die maximale Anzahl der IOC-Mitglieder aufstocken wird, weiß Stoß nicht.

Spiele in Lillehammer begeistern

Von den Spielen in Lillehammer zeigten sich die ÖOC-Granden begeistert. Auch mit dem bisherigen Abschneiden der jungen österreichsichen Athleten ist man zufrieden. Wir hatten im Vorfeld viel investiert, Top-Materialtests vor Ort ermöglicht, und das rentiert sich jetzt“, freut sich Stoß und betont: Wir nehmen ddiese Spiele sportlich sehr ernst, aber auch die anderen Ländern haben starke Athleten entsandt, was alles über die Wertigkeit der Jugendspiele sagt.“

Einen Ausblick gab es auch auf die nächsten Olympischen Spiele in Brasilien (Sommer 2016) und Südkorea (Winter 2018). „Die Vorbereitungen für beides sind voll im Gang, soweit sind wir im Zeitplan“, reiste Mennel aber von den Jugendspielen bereits am Montag ab, und gleich weiter nach Rio.

Geplant ist in Rio auch eine Kletterwand, bespielt von österreichischen Bergführern, Trainern aber vielleicht auch ein paar österreichischen Stars – die Niederösterreicher Pilz und Parma würden sich anbieten. „Die Kletterwand wird in einem Einkaufszentrum mit einer täglichen Frequenz von 40.000 Leuten aufgestellt, und soll Nachhaltigkeit erzielen“, betonte Mennel.

„Talk with Champions“

x  |  NOEN, GEPA pictures/ Christopher Kelemen


Eine tolle Einrichtung bei den Olympischen Jugendspielen sind die „Talk with Champions“-Events. Auch Lindsey Vonn nahm sich Zeit, um mit den jungen Athleten zu sprechen.  Österreichs junge Alpin-Talente, wie der Kärntner Moritz Opetnik (Foto), nützten gerne die Möglichkeit mit dem Star des US-Weltcupteams zu sprechen. Ihr war es ein Anliegen, bei den Jugendspielen erneut dabei zu sein, bereits bei den Spielen vor vier Jahren in Innsbruck hatte sie vorbeigeschaut.

"Freundschaften über Ländergrenzen"

Ihr Tipp an die Athleten: „Nützt bei den Jugendspielen die einmalige Gelegenheit, auch Sportler aus anderen Ländern und Disziplinen kennen zu lernen, denn hier können wirklich Freundschaften über Ländergrenzen hinweg geschlossen werden.“

Sie sprach aber auch darüber, wie man Verletzungen überwindet und wie man die Motivation hoch hält, auch wenn man wie sie, eigentlich schon alles gewonnen hat. Auf die Frage, was hier größtes verbliebene Ziel sei, der Weltcupgesamtsieg, eine weitere Olympiamedaille oder doch der Stenmark-Rekord von 86 Weltcupsiegen (Vonn hält derzeit bei 76), meinte sie: „Man muss immer von Rennen zu Rennen schauen, denn wenn man zu weit nach vorne blickt, dann wird das nichts. Ich habe auch eine extremes Kurzzeitgedächtnis, was Rennen betrifft, kann Stürze und Niederlagen sofort hinter mir lassen.“

Und als Wichtigstes merkte sie an: „Man muss einfach Freude haben, mit dem, was man tut, sonst ist es besser aufzuhören.“  Dabei erzählte sie noch eine kleine Anekdote aus ihrem Leben: „Als Jugendliche gab es auch eine Zeit, wo es für mich nicht so lief, und mein Vater fragte mich, warum ich mit dem Ski fahren nicht aufhöre, wenn ich nichts gewinne – typisch Vater. Aber mir hat Skifahren trotzdem einfach immer Spaß gemacht, selbst nach Verletzungen!“ Wohl das Erfolgsgeheimnis von Lindsey Vonn.