Erstellt am 22. Dezember 2015, 00:18

von Bernhard Schiesser

"Mache nichts anders". "Harte Arbeit" die nennt Christian Fuchs als Geheimnis des Erfolgslaufs mit seinem neuen Klub Leicester City. Mit dem Pittener ÖFB-Kapitän am Platz ist Leicester ungeschlagen.

»The Foxes«. Dass sich der 29-Jährige bei Leicester City wohl fühlt, liegt auf der Hand. In England ist der Verein als »Füchse« bekannt.  |  NOEN, APA/ROBERT JAEGER

NÖN: Tabellenführer mit Leicester City, dazu die Europameisterschaft in Frankreich vor der Brust. Wie schwebt es sich auf Wolke sieben?
Christian Fuchs: Ich weiß nicht, wie sich Wolke sieben anfühlt. Was ich weiß ist, dass ich mich derzeit unglaublich wohl fühle und dass sich harte Arbeit auszahlt. Eigentlich mache ich persönlich nichts anders als in den Jahren zuvor.

Wie ist der Erfolgslauf mit Leicester zu erklären?
Wir sind für jeden Gegner unangenehm. Unser Spiel ist eher nicht auf Ballbesitz ausgerichtet. Wenn wir die Kugel aber einmal haben, dann geht es blitzschnell. Alles andere ist dieses Selbstverständnis, das ein positiver Lauf mit sich bringt. Da läuft vieles von alleine und jeder Spieler für den anderen. Wir haben eine ziemliche Gaudi in der Truppe. Mit dem Deutschen Robert Huth verstehe ich mich besonders gut.

Wo wird dieser Lauf enden? Wird Leicester gar Meister?
Vorm Start der Premier League lag die Quote bei 5.000:1. Jetzt sind die Buchmacher schon ein bisschen vorsichtiger geworden (lacht). Erstes Ziel bleibt der Klassenerhalt. Wenn der geschafft ist, dann schauen wir weiter. Wenn sich die Chance für die Europacup-Qualifikation oder sogar mehr ergibt, dann werden wir versuchen, sie zu nutzen.

Rund um die Weihnachtsfeiertage geht es im englischen Fußball heiß her. Vier Spiele in zwei Wochen inklusive Gastspiel beim FC Liverpool am berühmten „Boxing Day“ (26. Dezember). Klingt anstrengend …
Ich freu’ mich drauf. Da geht’s zur Sache, und das taugt mir. Wir wollen auch diese Spiele gewinnen und so lange vorne bleiben wie möglich.

Wie sieht das Weihnachtsfest im Hause Fuchs aus?
In England wird Weihnachten am 25. gefeiert. Meine Frau Raluca, mein Stiefsohn Eaton und mein Sohn Antony kommen nach Leicester. Das Fest wird aber recht kurz ausfallen, weil um 17 Uhr Abfahrt Richtung Liverpool ist.

Nicht nur zu Weihnachten, auch das restliche Jahr über gilt der Fußball in England mit seinen zwei Cup-Bewerben als sehr kräftezehrend. Angst, dass Sie bei der EM im Juni platt sind?
Ich hoffe, dass ich alles spiele. Ich habe eine gute Balance und kann gut regenerieren. Wichtig ist, dass ich im Juni fit und im Spielrhythmus bin. Wenn das gelingt, mache ich mir keine Sorgen.

Welche Sorgen bereiten Portugal, Island und Ungarn?
Jeder, der diese Gegner auf die leichte Schulter nimmt, ist dumm. In Island und Ungarn herrscht eine ähnliche Euphorie wie in unserem Team. Das sind gefährliche Mannschaften. Wir fahren aber nach Frankreich, um Spiele zu gewinnen. Ziel ist der Aufstieg in die K.o.-Phase.