Erstellt am 17. August 2016, 18:40

von Bernhard Schiesser

Causa Wisio: SKN ohne Hosen reicht der VdF nicht. Die Vertragsauflösung bei vollen Fixbezügen hätte zwar dem Spieler, nicht aber seiner Gewerkschaftsvertretung gereicht.

Tomasz Wisio (6. v. l.) hat wieder gut lachen. Er erzwang per Gerichtsbeschluss die Teilnahme am Training der St. Pöltner.  |  Wallner

Nach dem wochenlangen Hick-Hack in der Causa Wisio gab der SKN St. Pölten nach. Am Freitag unterbreitete Generalmanager Andreas Blumauer Tomasz Wisio ein vermeintlich finales Angebot: Vertragsauflösung bei Bezahlung der vollen Fixbezüge und die kostenlose Freigabe. „Wir haben wirklich die Hosen runtergelassen“, wollte Blumauer das leidige Thema endlich vom Tisch haben.

Auf selbigem fand er tags darauf das Antwortschreiben von VdF-Anwalt Robert Palka, der zusätzlich noch die Bezahlung einer Punkteprämie auf Basis der durchschnittlichen Punkteanzahl der letzten zwei Jahre, die Ausbezahlung des Resturlaubes und die Übernahme der Anwaltskosten verlangte. „Da können wir unmöglich zustimmen. Dann bleibt Wisio eben Spieler des SKN St. Pölten“, schüttelt Blumauer den Kopf.

"Vereine sollen sehen, dass man mit Spielern nicht alles machen kann"

Tomasz Wisio

„Ich bin Profi, habe Vertrag und muss trainieren. Oder ich bekomme alles ausbezahlt, auch okay“, meinte Wisio nach dem Freitagstraining korrekt und unmissverständlich. Ob es dem 34-Jährigen auch um etwas anderes ging? „Klar, auch andere Vereine sollen sehen, dass man mit Spielern nicht alles machen kann. Ich will aber kein Held sein.“

Die Vereinigung der Fußballer war aber offenbar auf der Suche nach einem „Helden“ und ist an einer außergerichtlichen Einigung nicht interessiert. VdF-Vorsitzender Gernot Zirngast dementierte das am Donnerstag: „Wir wären schon an einer Lösung interessiert, im Endeffekt kommt es aber darauf an, was der Spieler will.“ Kam es nicht, wie sich ein paar Stunden später zeigte …

Training mit Profimannschaft

Seit Mittwochvormittag ist auch klar, dass Tomasz Wisio bis auf weiteres mit der Profimannschaft trainieren wird. Der SKN blitzte mit der Berufung gegen die Einstweilige Verfügung ab.

„Da ging es aber nur um die Einstweilige Verfügung. In drei bis vier Wochen wird dann endgültig gerichtlich entschieden, ob Wisio bei der Kampfmannschaft oder den Juniors trainiert.“ Was auch immer das Gericht dann entscheidet, will man beim SKN akzeptieren.