Erstellt am 29. Juli 2016, 00:04

Ein Abend zum Vergessen für die Admira. Die Admira verliert das Europa League Hinspiel gegen Slovan Liberec mit 1:2. In der Südstadt fiel dreimal das Flutlicht aus.

 |  APA

Nach dem erfolgreichen Bundesliga-Auftakt gegen Mattersburg wartete auf die Admira der erste richtige Brocken in der Europa League. Im ersten Spiel auf dem neuen Rasen der BSFZ-Arena gastierte Tschechiens letztjähriger Drittplatzierter, Slovan Liberec.

Knasmüllner sorgt für Traumstart

Doch für die Admira gab es keinen Grund sich zu verstecken – und die Südstädter legten einen Traumstart hin. Nach der ersten gefährlichen Aktion der Gäste, einem Schuss innerhalb des Sechzehners, der gerade noch geblockt werden konnte (4.), legten die Hausherren vor. Angriff über die Seite, Starkl lupft auf Knasmüllner, der lässt einen Verteidiger aussteigen und schiebt eiskalt ins Eck ein (7.).

Antwort folgt postwendend

Doch die Freude währte nicht lange – denn die Tschechen glichen quasi im Gegenzug aus. Hoher Ball in den Sechzehner, Liberec‘ Vuch lässt den Ball einmal aufspringen und versenkt die Kugel via Fallrückzieher unhaltbar im Admira-Gehäuse (11.). Doch die Südstädter steckten den Treffer gut weg, kamen durch Starkl (18.) aus kurzer Distanz zur nächsten guten Möglichkeit. Danach hatte die Lederer-Elf aber Glück: Einen Pokorny-Treffer per Kopf konnte nur die Stange verhindern (24.).

Admira offensiv harmlos

Den Südstädtern gelang in weiterer Folge nur wenig, die Mannschaften neutralisierten sich gegenseitig. Sax (33.) hätte bei einem leichten Schubser von hinten gerne einen Strafstoß bekommen, Schiedsrichter Özkayha ließ aber weiterlaufen. Die Nordböhmen bereiteten der Lederer-Elf indes immer wieder über die Seite Probleme, allen voran über den schnellen Vuch.

In der Südstadt gehen die Lichter aus

Der nächste große Höhepunkt war nicht von sportlicher Natur: Nach 55 Minuten fielen in der BSFZ-Arena die Flutlichter aus. Das Spiel musste das Spiel mehr als eine halbe Stunde unterbrochen werden, Fangesänge aus der Admira-Kurve a la „Ich geh‘ mit meiner Laterne‘“ ließen die Zeit aber schnell vergehen. Die Unterbrechung nutzte Coach Oliver Lederer gleich, um einen Doppeltausch vorzubereiten: Für Toth und Bajrami kamen Spiridonovic und Vastic.

Admira wieder aktiver

Die Admira bekam Offensiv-Power dazu – und das spiegelte sich auch in den Möglichkeiten wider. Starkl prüfte Schlussmann Dubravka von der Strafraumgrenze, Strauss war für eine gute Hereingabe von der Seite ein paar Zentimeter zu klein, um den Ball gefährlich auf’s Tor bringen zu können. Zudem probierte es Sax aus der Distanz, der Schuss wurde aber vom am Boden liegenden Vastic abgeblockt. Dann war zum Leidwesen der Admira aber wieder Liberec an der Reihe.

Vuch trifft erneut

Wieder war es Vuch, der die Tschechen diesmal in Führung brachte. Wostry segelt unter einer Flanke durch, der Kopfball geht zunächst an die Stange – dann schaltet der Flügelspieler aber am schnellsten und drückt das Leder über die Linie (68.). Dann wurde es ganz kurios: Das Flutlicht in der Südstadt fiel zum zweiten mal aus. Diesmal dauerte die Unterbrechung aber nur wenige Minuten.

Unschönes Ende einer verkorksten Partie

Die Partie plätscherte dahin – und dann nahm der Abend ein ganz unrühmliches Ende. Das Flutlicht fiel zum dritten mal aus und in der Dunkelheit der BSFZ-Arena ließ sich Toni Vastic aus Frust zu einer Tätlichkeit an Navratil hinreißen, sah dafür glatt Rot. Sportlich konnte die Admira nichts mehr bewegen, zumindest das Flutlicht ging für die verbleibenden zwei Minuten nochmals an…

Statistik

FC ADMIRA WACKER MÖDLING – FC SLOVAN LIBEREC 1:2 (1:1).

Tore: 1:0 (7.) Knasmüllner, 1:1 (11.) Vuch, 1:2 (68.) Vuch.

Rote Karte: Vastic (90., Tätlichkeit).

Admira: Kuttin; Zwierschitz, Strauss, Wostry, Ebner; Toth (55., Spiridonovic), Lackner; Sax, Knasmüllner, Bajrami (55., Vastic); Starkl.

Liberec: Dubravka; Coufal, Hovorka, Pokorny, Sykora; Breite; Vuch (86., Navratil), Folprecht, Sevcik, Bartl (79., Nitriansky); Komlichenko (60. Baros).

BSFZ-Arena, 2245.- SR: Özkahya (TUR).

Stimmen zum Spiel

Jindrich Trpisovsky (Trainer Slovan Liberec): Das war eine ganz neue Erfahrung für mich. So ein Spiel habe ich noch nie erlebt. Es hat nur gefehlt, dass der Helikopter noch landet. Die Unterbrechungen waren für uns denke ich von Vorteil, wir konnten uns zusammensprechen und umstellen. Der Gegner hat in dieser Zeit Umstellungen vorgenommen, darauf konnten wir reagieren. Die Admira hat bewiesen, dass es ein gutes Team ist. Es gibt viele Spieler, die mir sehr gut gefallen. Wenn sie den Ball haben, sind sie gefährlich. Es tut mir Leid für die Zuschauer, dass das Spiel so in die Länge gezogen wurde. Wir müssen unsere Leistung bestätigen.

Oliver Lederer (Trainer Admira Wacker Mödling): Wir haben sehr gut in die Partie gefunden. Nach dem Ausgleich haben sie uns 20-25 Minuten dominiert. Wir haben uns in die Pause gerettet, danach hab‘ ich uns aktiver und emotionaler. Der Flutlichtausfall hat den Rhythmus des Spiels für beide Mannschaften zerstört. Es gilt sich jetzt aufzurichten. Die Ausgangsposition ist schwierig, wir werden alles versuchen. Wir haben ordentlich Emotion im Gepäck. Wir werden sicher nicht am Boden liegen bleiben, sondern aufstehen. Wir wollen schon in St. Pölten eine neue Serie starten. Der Flutlichtausfall schadet dem Ruf unseres Vereines Europa. Das hätte nicht sein dürfen. Wir wollten Werbung für den österreichischen Fußball machen, das ist uns nicht gelungen. Daran hat aber nicht die Mannschaft Schuld.