Erstellt am 17. November 2015, 23:28

von Bernhard Schiesser

ÖFB-Team verliert gegen die Schweiz. Österreich verlor zum Abschluss des Länderspieljahres gegen die Schweiz mit 1:2. ​

Teamkaptiän Christian Fuchs (l.) aus Pitten (Bezirk Neunkirchen) und die österreichische Nationalmannschaft mussten sich der Schweiz geschlagen geben.  |  NOEN, APA/Herbert Neubauer
Nichts wurde aus dem ersten Länderspieljahr ohne Niederlage seit 1996. Dabei hätten es die Österreicher allemal drauf gehabt die Schweiz zu besiegen oder zumindest ein Unentschieden zu holen. Dass die Partie letztlich mit 1:2 verloren ging, haben sich David Alaba & Co aber selbst zuzuschreiben.

Schweizer profitierten früh von Abwehrfehler

Die Pleite zeichnete sich nämlich schon in den ersten 45 Minuten ab. Die Österreicher waren zwar über weite Strecken tonangebend, agierten aber viel zu sorglos.

Schon in der 9. Minute profitierten die Schweizer erstmals davon: David Alaba köpfelte in der eigenen Spielhälfte schlampig Richtung eigenem Tor, Torhüter Ramazan Özcan eilte viel zu riskant und vorschnell aus seinem Kasten und kam gegen Haris Seferovic zu spät. Der Frankfurt-Stürmer hatte wenig Mühe den Ball ins verwaiste Tor der Österreicher zu bugsieren.

Zumindest um eine Antwort war die Koller-Elf nicht verlegen. Auffällig oft suchte Rot-Weiß-Rot in der Offensive den Weg durchs Zentrum. So auch in der 13. Minute. Marcel Sabitzer suchte David Alaba, fand aber den schweizer Verteidiger Stephan Lichtsteiner. Von dessen Hand sprang der Ball aber genau Alaba vor die Füße. Österreichs Superstar ließ sich nicht zweimal bitten und verwertete sicher zum Ausgleich.

Hinteregger gab seine Position auf – 1:2

Die Österreicher traten anschließend dominant, aber weiter fehleranfällig auf. Während ein Kopfballtreffer von Rubin Okotie zu unrecht wegen Abseits aberkannt wurde, profitierten die Eidgenossen immer wieder von groben Defensivfehlern der Österreicher. In der 24. Minute steuerte Shaqiri nach Alaba-Ballverlust alleine auf Özcan zu – diesmal blieb Österreichs Keeper Sieger.

In der 38. Minute war der rot-weiß-rote Verteidigungsverbund aber erneut nicht im Bilde. Innenverteidiger Martin Hinteregger gab ohne Not seine Position auf. Nach einer Spielverlagerung auf Admir Mehmedi und anschließender Flanke hatte erneut Seferovic zu viel Platz im Strafraum: 1:2.

Hinterseer ließ Ball durch statt zu schießen

Teamchef Marcel Koller reagierte zur Pause und brachte Stefan Ilsanker anstatt Marcel Sabitzer. Das Spiel der Österreicher bekam dadurch mit Stabilität und Struktur. Schweizer Konter waren fortan kaum noch zu sehen. Die Gäste igelten sich vor dem eigenen Strafraum ein, konnten aber gute Chancen der Österreicher trotzdem nicht verhindern. Marko Arnautovic scheiterte binnen zwei Minuten gleich zweimal an Schweiz-Keeper Yann Sommer (65. und 67. Minute).

In der 68. Minute überlief Alaba seinen Gegenspieler und brachte den Ball ideal in den Strafraum. Der eingewechselte Lukas Hinterseer wollte aber für Arnautovic durchlassen anstatt selbst den Abschluss zu suchen – wieder klärte ein Schweizer Bein. Die beste Chance auf den längst fälligen Ausgleich ließ aber in der 73. Minute Stefan Ilsanker liegen. Der Leibzig-Legionär tauchte nach Arnautovic-Brustablage alleine vor Sommer auf, brachte den Ball aber nicht am starken Torhüter der Gäste vorbei.

Die Österreicher enttäuschten zwar trotz Niederlage nicht, so rund wie während der EM-Qualifikation lief es diesmal bei Rot-Weiß-Rot aber nicht. Besonders auffällig: Österreichs Schwäche bei offensive Standards. Keiner der zahlreichen Eckbälle brachte Gefahr für das Schweizer Tor.

Ebenfalls augenscheinlich war, dass die Ausfälle der Stammspieler Robert Almer, Zlatko Junuzovic, Martin Harnik und Marc Janko – der Mödlinger musste mit einer Nackenverletzung kurzfristig passen – nicht gleichwertig zu ersetzen waren. Marcel Koller und seine Truppe haben bis zur EM-Endrunde im Juni noch einiges an Arbeit vor der Brust.
 

ÖSTERREICH – SCHWEIZ 1:2 (1:2).

Torfolge: 0:1 (9.) Seferovic, 1:1 (13.) Alaba, 1:2 (38.) Seferovic.

Gelbe Karte: Dragovic (82., Foul).

Österreich: Özcan; Klein, Dragovic, Prödl (2. Hinteregger), Fuchs; Baumgartlinger (82. Kainz), Alaba; Jantscher (58. Onisiwo), Sabitzer (46. Ilsanker), Arnautovic; Okotie (60. Hinterseer).

Schweiz: Sommer; Lichtsteiner (19. Lang), Djourou, Klose, Moubandje; Shaqiri (88. Widmer), Inler (59. Zuffi), Behrami, Mehmedi (59. Stocker); Drmic (70. Lustenberger), Seferovic (77. Derdiyok).

Ernst-Happel-Stadion, 27.600 Zuschauer, SR Gräfe (GER).