Erstellt am 23. August 2016, 05:25

von Bernhard Schiesser

Bohuslav kontert Kritik. Das ÖOC-Team holte eine Bronzemedaille, die NÖ-Sportler gingen aber leer aus. Landesrätin Bohuslav ist trotzdem zufrieden.

Sport-Landesrätin Petra Bohuslav nimmt die NÖ-Sportler in Schutz.  |  NOEN

20 Millionen Euro wurden im Rahmen des Projekts Rio in Österreichs Olympia-Hoffnungen investiert. Projektleiter Peter Schröcksnadel definierte mit drei bis fünf Medaillen ein ambitioniertes Ziel. Zur Erinnerung: Vor vier Jahren in London ging das ÖOC-Team komplett leer aus. Dieses Schicksal blieb den Sportlern in Brasilien erspart. Das Seglerduo Thomas Zajac und Tanja Frank holten zumindest eine Bronzemedaille.

Niederösterreich war mit zwölf Sportlern in Rio vertreten. Das beste Ergebnis lieferte Wildwasserpaddlerin Corinna Kuhnle mit Rang fünf ab. Aus der erhofften Medaille wurde aber nichts. „Ich bin zufrieden mit dem, was ich zusammengebracht habe. Es ist ein Lernprozess, das wird nicht mein letzter Wettkampf gewesen sein“, bilanziert die Höfleinerin.

Schröcksnadel enttäuscht

Schröcksnadel war eher unzufrieden und tat seinen Unmut auch öffentlich kund. Besonders das Schwechater Beachvolleyball-Duo Clemens Doppler und Alexander Horst kritisierte der Tiroler Sportfunktionär scharf. Sie hätten nicht alles für den Erfolg gegeben, warf er ihnen unverblümt vor. Und das, obwohl – oder vielleicht gerade weil – sie als einziges Team die späteren Goldmedaillengewinner aus Brasilien in der Vorrunde besiegten, später aber im Achtelfinale an Kuba scheiterten.

Auch die Bezeichnung „Olympiatouristen“ machte, wie schon vor vier Jahren, die Runde. Sehr zum Missfallen von VP-Sportlandesrätin Petra Bohuslav: „Die Bezeichnung Olympiatouristen ist ein Affront gegen die Sportlerinnen und Sportler.“ Die Leistungen von eben Doppler/Horst sowie Corinna Kuhnle oder dem Bad Vöslauer Schwimmer Felix Auböck (österreichischer Rekord) sieht sie sehr positiv.

Bohuslav: „Bezeichnung Touristen ist Affront“

„Jeder weiß, wie viel unsere Olympiastarter dem Sport unterordnen und wie schwer sie tagtäglich für den Erfolg trainieren“, findet Bohuslav.

Restlos zufrieden ist die Landesrätin mit der Olympia-Bilanz aber nicht. Sie fordert eine breite Diskussion zum Sportfördersystem: „Oberste Prämisse muss immer sein, dass die Fördermittel auch im Sport und bei den Athletinnen und Athleten ankommen.“