Erstellt am 23. Februar 2016, 06:24

von Claus Stumpfer

Schulte raste zu Silber. Fünf Niederösterreicher waren in Lillehammer am Start und alle holten Top-10-Plätze. Mercedes Schulte kletterte am Schlusstag sogar aufs Stockerl.

IOC-Präsident Thomas Bach (r.) gratulierte Mercedes Schulte, nachdem sie mit dem Monobob zur Silbermedaille gerast war.  |  NOEN, ÖOC, GEPA

Bis zum letzten Tag der olympischen Jugendspiele in Lillehammer mussten die Niederösterreicher warten, aber dann hat es für eine der fünf teilnehmenden Athleten doch mit einer Medaille geklappt. Die Böheimkirchnerin Mercedes Schulte ist mit ihrem Monobob im anspruchsvollen Eiskanal zur Silbermedaille gerast! Erster Gratulant war der Präsident des IOC, Thomas Bach. „Er hat natürlich der deutschen Siegerin die Daumen gedrückt, mich aber ganz lieb getröstet, weil ich im zweiten Lauf durch einen Schnitzer den Sieg vergeben habe“, freute sie sich.

Erst zwei Jahre im Bob und schon am Stockerl

Die 17-jährige Schulte, die für das Team Teigl startet, wurde erst vor zwei Jahren über das STKZ Weinburg für den Bobsport gescoutet. Der Sportwissenschaftler Walter Hable und Kurt Teigl betreuen die Sportschülerin in der Athletik. Als Bahntrainer fungierte der erfahrene Routinier Meinrad Hilber.

Bei den Burschen fuhr der Wiener AHS-Vorzugsschüler Leonhard Pichler, der dieselben Betreuer hat, und auch viel in Weinburg mit Schulte trainiert, auf den neunten Platz.

Ähnlich wie Pichler war es zuvor schon den drei Snowboardern aus Niederösterreich bei ihren Bewerben in Lillehammer ergangen. Die 17-jährige Pia Zerkhold von der Snowboardbase und der erst 16-jährige Marco Dornhofer aus Oberwölbling holten im Team-Mixed-Crossbewerb (Snowboard Cross) Platz fünf, im Einzel wurden sie Achter beziehungsweise Neunter. Mit dem Ergebnis im Teambewerb war Zerkhold nicht zufrieden, nachdem man im Vorjahr bei den europäischen olympischen Jugendspielen Zweiter geworden war.

„Es wäre heuer nicht schwerer gewesen, eine Medaille zu holen, als im Vorjahr“, sah sie bei allen vier Startern für Österreich „blöde Fehler“. Neben Zerkhold und Dornhofer waren die Ski-Freestyler Martina Rainer aus Salzburg und der Steirer Marcel Illmaier am Start. Einen fünften Platz sicherte sich auch der Slopestyler Simon Gschaider aus Pernitz.

Von den Jugendspielern begeistert zeigten sich aber alle fünf. Mehr als 100.000 enthusiastische Norweger schauten bei den Wettkämpfen und dem Kulturprogramm (vor allem Rockkonzerte) vorbei. Und die mehr als 3.200 Volunteers zeigten stets strahlende Gesichter.

Stars von einst und jetzt gaben Youngsters Tipps

Dazu gab es unter dem Motto „Learn and Share“ Treffen mit Stars – die österreichischen Mentoren waren Felix Gottwald und Wolfgang Linger. Aber auch Lindsey Vonn ließ es sich trotz Weltcupstress nicht nehmen, wie schon vor vier Jahren in Innsbruck bei den Jugendspielen vorbeizuschauen. „Der olympische Geist ist hier intensiver zu spüren als bei den richtigen Spielen“, findet sie.


ERGEBNISSE

Niederösterreicher in Lillehammer.
Monobob Mädchen: 2. Mercedes Schulte (Team Teigl, Böheimkirchen)
Burschen: 9. Leonhard Pichler (Team Teigl)
Team Ski-Snowboard Cross: 5. Marco Dornhofer (Ober-Wölbling), Pia Zerkhold (Snowboardbase).
Snowboard Cross Mädchen: 8. Pia Zerkhold
Burschen: 9. Marco Dornhofer
Snowboard Slopestyle Burschen: 6. Simon Gschaider (Pernitz)