Erstellt am 01. Dezember 2015, 04:43

von Bernhard Schiesser

Ski-Kathis überraschten. Katharina Huber und Katharina Gallhuber bewiesen bei ihren ersten Slaloms im Weltcup ihr Talent.

 |  NOEN, GEPA pictures/ Wolfgang Grebien

Katharina Huber und Katharina Gallhuber sorgten bei ihrem jeweils ersten Weltcup-Slalom für die positiven Überraschungen aus ÖSV-Sicht. Während in Aspen die arrivierten Österreicherinnen enttäuschten, schafften beide NÖ-Youngsters bei ihrem Debüt die Qualifikation für den zweiten Durchgang. Huber holte als 18. sogar ihre ersten 13 Weltcuppunkte. Gallhuber wurde im Finale 26., Weltcuppunkte gab es für sie aber keine, da ihr Rückstand mit über acht Sekunden auf Siegerin Mikaela Shiffrin zu groß war.

Die 18-jährige aus Göstling nannte in ihrem ersten TV-Live-Interview Kathrin Zettel als großes Vorbild: „Ich möchte es ihr so gut wie möglich nachmachen.“ Wie zufrieden das Idol mit ihrer Nachfolgerin ist? „Unglaublich! Ich weiß wie schwer der Einstieg in den Weltcup ist. Fantastisch, dass das gleich so toll funktioniert hat.“ Im zweiten Durchgang war Gallhuber merklich auf Sicherheit bedacht, wollte das Ergebnis unbedingt ins Ziel bringen. „Das ist normalerweise gar nicht ihre Art. Galli hasardiert normalerweise“, meint NÖSV-Vizepräsidentin Michaela Dorfmeister. Diese Vorsicht hat der Göstlingerin letztlich die ersten Weltcuppunkte gekostet.

Katharina Huber war alles andere als zurückhaltend. Die 20-Jährige aus St. Georgen/Reith fuhr mit einem beherzten zweiten Lauf am Samstag auf Rang 18 vor. Beim zweiten Slalom in Aspen am Sonntag bestätigte sie ihre tolle Form und toppte mit Rang 17 das Ergebnis vom Samstag noch einmal. „Ich hab einfach Gas gegeben und es hat funktioniert. Ich kann das alles noch gar nicht glauben“, strahlte Huber. „Mir taugt, dass sie komplett unbeschwert drauf losfährt. Das ist die richtige Einstellung“, meint Doppelolympiasiegerin Dorfmeister.

Dorfmeister adelt Skikönigin Shiffrin

Angst, dass der NÖ-Skisport nach dem Zettel-Rücktritt in der Versenkung verschwindet, hatte Dorfmeister nie: „Weil ich wusste, was die beiden drauf haben. Dass es aber so schnell geht, habe ich nicht gedacht.“

Während Huber und Gallhuber für die rot-weiß-roten Lichtblicke sorgten, zertrümmerte Mikaela Shiffrin die Konkurrenz. Am Samstag war sie 3,07 Sekunden schneller als alle anderen, am Sonntag um 2,65 Sekunden. „Ich habe so eine Dominanz noch nie gesehen. Alle anderen Fahrerinnen halten bestenfalls von Tor zu Tor ihr Tempo, sie wird aber immer schneller. Das ist der pure Wahnsinn“, so Dorfmeister.