Erstellt am 13. Oktober 2015, 06:02

von Tanja Barta und Wolfgang Wallner

Krach bei Keglern: Ausschluss droht. Zwist zwischen Austro-Verband und NÖ-Funktionären: Heimischen Topklubs droht „Rote Karte“ in der Meisterschaft.

Sportkegler-Boss Ludwig Kocsis: »So etwas habe ich noch nie erlebt.«  |  NOEN, privat
Ein Regelstreit rund um Eigenmächtigkeit und Autonomiestreben erschüttert die heimische Keglerszene. Der rot-weiß-rote Sportkegelverband droht den aufmüpfigen Niederösterreichern mit dem Ausschluss. Weil sie – im guten Glauben – eigene Bestimmungen für den Ligabetrieb im Unterhaus erarbeitet haben.
„So etwas habe ich noch nie erlebt“, kommentiert Ludwig Kocsis, der Präsident des österreichischen Sportkegelverbands (ÖSKB), die Vorgehensweise der Niederösterreicher.

Seinen Ausgangspunkt nahm der Zwist bereits im März. Damals hatte der ÖSKB in einer Bundesvorstandssitzung den Punkt „Autonomie der Landesverbände im Unterbau“ beschlossen. Das heißt: Jeder Landesverband sorgt selbst für die unteren Ligen.

„Mit dieser Entscheidung war jeder zufrieden“, erinnert sich der geschäftsführende Präsident des NÖ-Landesverbandes, Rudolf Schwarz. Dieser hat ein paar Wochen später dann auch schon mit der Planung der Spieltermine für die unteren Ligen begonnen. „Wir haben dann einen Brief von Herrn Kocsis bekommen, in dem steht, dass die Autonomiebestimmungen noch nicht gültig sind“, erzählt Schwarz.
Eine Haltung, die für die Niederösterreicher nicht nachvollziehbar ist. „Wenn wir etwas beschlossen haben, dann ist das auch gültig“, schüttelt Schwarz den Kopf.

ÖSKB-Vorsitzender Ludwig Kocsis kontert: „Wir haben nur die Vorgaben für die Einarbeitung der Autonomiebestimmungen in die Sportordnung beschlossen. Solange noch nichts in der Sportordnung steht, ist es auch nicht gültig!“

Nun hat der ÖSKB den blau-gelben Landesverband aufgefordert, die Planungen zu stoppen. Falls sich das Team rund um Rudolf Schwarz den Vorschriften des ÖSKB nicht beugen sollte, droht er mit dem Ausschluss des Landesverbandes. Damit wären alle NÖ-Vereine nicht mehr spielberechtigt. „Dafür müsste aber sehr viel passieren“, relativiert Kocsis, „das könnte, und die Betonung liegt auf könnte, die letzte Konsequenz sein.“
Betroffen wären auch Spitzenvereine wie der BSV St. Pölten, die nicht mehr in der Superliga spielen dürften. Voith-Boss Wilfried Sandler will im Funktionärsstreit nicht Position beziehen, spricht allerdings seinen Sportlern aus dem Herzen: „Es muss eine Lösung gefunden werden.“