Erstellt am 14. September 2015, 05:12

von Wolfgang Wallner

"Fad wird uns nicht". Seit 25 Jahren ist die Anlage in St. Pölten die Drehscheibe der Sportwelt im Land. Geschäftsführer Franz Stocher blickt nach vorne: „Daviscup bleibt weiter ein Thema.“

»Happy Birthday, Sportzentrum!« Landeshauptmann Erwin Pröll und Geschäftsführer Franz Stocher rückten beim Festakt zum 25-jährigen Bestehen des Sportzentrums gemeinsam der Geburtstagstorte zu Leibe.  |  NOEN, Wolfgang Wallner

Ob Ironman oder Wings for Life-Run, ob Liese-Prokop-Memorial oder unvergessliche Tennis-Stunden mit Assen wie Muster und Agassi: Das Sportzentrum.Niederösterreich in St. Pölten ist aus der heimischen Sportlandschaft nicht mehr wegzudenken. Vor 25 Jahren – genau am 8. September – wurde die multifunktionale Anlage eröffnet. Heute ist sie die Größte ihrer Art in Österreich. „Das Sportzentrum trägt den Ruf St. Pöltens in die Welt hinaus“, sagt Bürgermeister Matthias Stadler.

Seit zwei Jahren leitet der ehemalige Weltklasse-Radsportler Franz Stocher als Geschäftsführer die multifunktionale Anlage. „Kein Tag gleicht dem anderen“, umschreibt Stocher seinen Job. Vom Eismeister über den Greenkeeper bis hin zur Personalverrechnung: „Wir sorgen dafür, dass alles läuft.“ Was seine Aufgabe so spannend macht: „Sie ist unheimlich vielseitig und man ist hautnah dran am Sport.“ Eishalle, Ballsporthalle, Fußballplätze, Tennisanlage, ein Leichtathletik-Oval – es gibt praktisch nichts, was es nicht gibt. Stocher fühlt sich pudelwohl („Ich hoffe, ich darf noch lange hier bleiben“) – und blickt im NÖN-Gespräch in die Zukunft.

Mit dem Umbau der Anlage (Baustart: Juni 2016) startet für Stocher „eine schwierige Phase, wir werden alles dafür tun, dass es möglichst keine Einschränkungen für die Sportler gibt.“ Rund zwölf Millionen werden investiert, um die Anlage zukunftsfit zu machen. Einerseits geht’s um Energie-Optimierung (Einsparungspotenzial: 200.000 Euro pro Jahr), andererseits um ein einheitliches Outfit für das über Jahre gewachsene Konglomerat von Hallen.

Sportzentrum will die Kicker-Asse anlocken

Vor allem aber soll der Wohntrakt adaptiert werden, mit rund 100 verfügbaren Betten rechnet Stocher nach Abschluss der Arbeiten im Jänner 2018. Dann, so hofft der Sportzentrumsgeschäftsführer, wären auch „internationale Fußballcamps möglich.“ Stocher träumt von Nationalteams, die in der NV-Arena Testpartien bestreiten und von internationalen Trainingsgästen. Auch die Seminarschiene soll ausgebaut werden. „Gerade im Sommer haben wir Auslastungslücken“, räumt Stocher ein, „in diese Richtung muss es gehen. Auch wenn unser Fokus immer der Sport bleiben wird.“

Als Kernkompetenz des Sportzentrums Niederösterreich wertet er die Leichtathletik. Mit dem Liese-Prokop-Meeting sei „noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.“ Die Wurfanlage soll einen eigenen Zuschauerbereich erhalten, das Meeting selbst weiter aufgewertet werden.

Ein Sorgenkind bleibt die Tennis-Arena. St. Pölten hatte sich um die Austragung des Davis-Cups beworben (Stocher: „Wir waren bereit“), doch Rivale Kitzbühel machte des Rennen. Je länger das Stadion ungenutzt bleibt, desto schwieriger wird’s. „Momentan könnte man die Anlage mit überschaubarem Aufwand herrichten. Steht sie noch fünf Jahre leer, müssen wir uns etwas überlegen …“

Was den Radsportler Stocher schmerzt: Dass der BMX-Parcours den Hochwasserschutzmaßnahmen weichen musste. „Gerade, wo diese Sportart nun olympisch ist.“ Stocher steht unter Strom. „Fad wird’s im Sportzentrum auch in den nächsten 25 Jahren nicht.“