Erstellt am 17. November 2015, 05:38

von Bernhard Schiesser

NÖTV reformiert Nachwuchsarbeit. NÖ-Jugendreferent Ramin Madaini stellt die neue Turnierserie für den Nachwuchs vor. Ziel: Mehr Spieler, mehr Spiele, mehr Qualität.

NÖTV-Jugendreferent Ramin Madaini (M.) will Niederösterreichs Tennistalente dazu motivieren wieder vermehrt Turniere zu spielen.  |  NOEN, privat

Natürlich gab es auch bislang Nachwuchsturniere in NÖ. Eingeteilt in Altersgruppen, Burschen und Mädchen streng getrennt – für einen ausgeglichenen Wettbewerb war damit aber nicht gesorgt, wie NÖTV-Jugendreferent Ramin Madaini weiß: „Auch bei Gleichaltrigen gibt es eklatante Niveau-Unterschiede.“ Viele Nachwuchsspieler nahmen weite Anfahrtswege zu Turnieren in Kauf, um dann nach einer halben Stunde und einer deutlichen Niederlage im Gepäck wieder nach Hause zu fahren. „Die wussten dann, was sie am nächsten Wochenende sicher nicht mehr machen, nämlich ein Tennisturnier spielen. Das hatte zur Folge, dass 90 Prozent unserer Jugend keine Turniere spielte“, beschreibt der 51-Jährige den Status quo.

„Grand Slams“ in Neunkirchen

Jetzt wird alles anders. Ähnlich wie beim Golf-Handicap werden die Jugendlichen mit der International Tennis Number (ITN) eingestuft. Spielerinnen und Spieler treten – unabhängig von Alter und Geschlecht – nur noch gegen Gegner gleicher Spielstärke an und sammeln Punkte für die ebenfalls neu strukturierte Rangliste. Die wird dann wiederum nach Alter und Geschlecht gesplittet. Jährlich soll es Dutzende dafür relevante Turniere in NÖ geben, bei den vier größten gibt es die meisten Punkte. In zwei Wochen steigt der erste dieser „Grand Slams“ in Neunkirchen. Ebenfalls neu: Die Turniere beginnen mit einer Gruppenphase. Jedem Spieler sind so zumindest zwei Spiele garantiert.

Madaini, Betreiber der Tennishalle im Sportzentrum St. Pölten, will einen Aufschwung des Tennis beobachten: „Es wird wieder mehr. Die Talsohle ist durchschritten.“

Dass die ÖTV-Topspieler derzeit beinahe ausnahmslos aus NÖ stammen, ist Fakt. „Trotz NÖTV“, übte Ex-Profi Alex Antonitsch jüngst Kritik. Madaini nimmt den verbalen Filzball auf: „Ich meine, dass der Verband eher bei der Breite als bei der Spitze in der Pflicht steht. Meinen Kindern zahlt auch niemand die Berufsausbildung.“ Ob es für diese Basisarbeit nicht Vorbilder wie Thiem oder früher Muster brauche? „Ja, Idole sind wichtig. In Wahrheit lebt aber das Tennis vom Angebot, also von einer guten Arbeit im Verband und in den Vereinen.“