Erstellt am 16. Mai 2017, 03:00

von Bernhard Schiesser

Nur Nadal noch zu stark für Thiem. Dominic Thiem zog im Finale des Masters-1000-Turnier in Madrid knapp gegen den spanischen Sandplatz-König den Kürzeren. In der Weltrangliste bringt ihn das auf Rang sieben.

Die Vorhand funktionierte im Finale von Madrid nicht immer nach Wunsch. Der neunte ATP-Titel blieb Thiem deshalb verwehrt.  |  APA/Ochoa de Olza

Rafael Nadal sei so stark wie in seiner besten Zeit – meinten im Vorfeld des Finales von Madrid viele. Eine 14:0-Siegbilanz auf Sand in der heurigen Saison nährte diese These. Die vergangenen Monate durften sich freilich auch bei Dominic Thiem sehen lassen. In der laufenden Saison sammelte der Lichtenwörther die drittmeisten Punkte auf der Tour. Alles war also für ein würdiges Finale angerichtet.

Thiem lässt Satzbälle im Tie-Break ungenützt

Und die beiden, derzeit wohl besten Sandplatzspieler der Welt, hielten Wort und lieferten sich eine hochkarätige Schlacht. 6:7,4:6 lautete nach knapp zweieinhalb Stunden das nackte Ergebnis aus Sicht Thiems. Es hätte aber auch ganz anders kommen können. Dann nämlich, wenn der 23-Jährige im Tie-Break des ersten Satzes einen seiner zwei Satzbälle verwertet hätte. Thiem unterliefen in dieser Phase aber zu viele Fehler bei seinem Paradeschlag, der Vorhand.

Auch im zweiten Durchgang hielten beiden Spieler ihr hohes Niveau. Nadal gelang ein frühes Break zum 2:0. Im letzten Aufschlagspiel von Nadal fand Thiem noch einmal Chancen auf das Re-Break vor. Schließlich blieb der Spanier aber cool und verwertete seinen insgesamt vierten Matchball zum Sieg bei seinem Heimturnier.

Nadal spendet Thiem nach tollem Finale Trost

„Danke Rafa für diesen großartigen Kampf. Es war ein schönes Match. Das Turnier war ein Highlight für mich in dieser Saison“, gratulierte Thiem dem spanischen Altmeister zum Sieg. Der 30-jährige Sandplatz-König spendete seinem Kronprinzen Trost: „Gratulation an Dominic. Ich weiß auch, wie hart es ist, ein Finale zu verlieren. Aber man muss erst einmal Großartiges leisten, um in ein Finale zu kommen. Ich bin sicher, dass Dominic noch viele Endspiele gewinnen wird.“

Thiem durfte sich nach seinem ersten Finale auf diesem Niveau mit einem Preisgeld von 511.740 Euro und 600 Punkten für die Weltrangliste trösten. Die bringen den Lichtenwörther auf den siebenten Platz in der ATP-Weltrangliste, womit er seine Karrierebestleistung einstellte. Im „Race“, der Jahreswertung 2017 verbesserte sich Thiem hinter Roger Federer und Rafael Nadal sogar auf Rang drei, für den es jetzt zum Turnier nach Rom weitergeht, ehe Ende Mai die French Open in Paris warten. Bei beiden Turnieren zählt Thiem zum Favoritenkreis.