Erstellt am 26. Januar 2016, 05:18

von Bernhard Schiesser, Christopher Eckl und Peter Sonnenberg

Schatten der Wettmafia. Medienberichte über angebliche Betrügereien im Tennis überschatten das erste Grand Slam-Turnier des Jahres in Melbourne. Die NÖ-Topspieler monieren fehlende Beweise.

Tennis  |  NOEN, AFP/Paul Crock
Groß war die Aufregung, nachdem Berichte von BBC und Buzzfeed von groß angelegtem Wettbetrug im Tennis berichteten. Nur, Beweise und Namen blieben die vermeintlichen Aufdecker schuldig. Ein Umstand, der den drei NÖ-Topspielern Jürgen und Gerald Melzer sowie Andreas Haider-Maurer sauer aufstößt.

Im Gegensatz zu Dominic Thiem waren die drei NÖ-Spieler bei den Australian Open nicht am Start. Sie machten sich zuhause über die Causa prima ihre Gedanken. „Viel heiße Luft um nichts. Für mich ist das eine alte Sache, die neu aufgewärmt wurde. Es gibt ja keine neuen Beweise, sondern nur Spekulationen“, schüttelt der nach seiner Schulter-OP rekonvaleszente Jürgen Melzer den Kopf.

Sein Bruder Gerald ist sich indes ziemlich sicher, dass im Tennis nicht alles sauber abläuft. Er vermutet, dass vor allem auf Challenger und Future-Ebene (2. und 3. Turnierkategorie) die Verlockung für Spieler hoch ist, mit Betrügereien schnelles Geld zu machen. „Es ist verdammt hart, seine Ausgaben zu decken, da die Preisgelder zu niedrig sind. Wenn man dann mit einer verlorenen Partie seine Saison finanzieren kann, ist es klar, dass sich das einige Spieler überlegen.“

Andreas Haider-Maurer glaubt auch, dass im Tennis nicht alles sauber läuft. Der Groß Gerungser stellt aber klar: „Ich finde es lächerlich, dass das jetzt so gepusht wird. Das ist unfair gegenüber unserem Sport und auch ein bisschen unglaubwürdig. Es sollen endlich Namen genannt werden und Beweise gebracht werden. Gegen die Spieler, denen was nachgewiesen wird, soll dann natürlich streng vorgegangen werden.“
Unmoralische Angebote wollen alle drei Tennisprofis noch nie bekommen haben.