Erstellt am 26. August 2016, 22:11

Thiem bei US Open zum Auftakt gegen Australier Millman. Zum Abschluss seines dritten vollen Major-Jahres hat Dominic Thiem bei den US-Open eine gute Auslosung erwischt.

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Der 22-Jährige profitierte von seiner Setzung als Nummer acht und bekam zum Auftakt den Australier John Millman zugelost. Sollte sich der Niederösterreicher durchsetzen, trifft er entweder auf Ricardas Berankis aus Litauen oder den Tunesier Malek Jaziri.

Es ist ein rasches Wiedersehen mit dem 27-Jährigen Millman: Erst in der Vorwoche hatte Thiem in Cincinnati den Weltranglisten-81. mit 7:5,6:1 besiegt. "Er hat einen guten Aufschlag, spielt von der Grundlinie aber nicht so schnell. Es ist von der Papierform ein Spielertyp, der Dominic entgegenkommen sollte" sagte Thiems Coach Günter Bresnik zur APA - Austria Presse Agentur.

Vorsicht sei aber geboten: Erst am Donnerstag schlug Millman im Viertelfinale von Winston-Salem den topgesetzten Franzosen Richard Gasquet mit 7:5,6:3. Bresnik hat einige Szenen der Partie gesehen. Ein Sieg gegen Gasquet sei Warnung genug. "Das ist ein gestandener Profi, kein junger Qualifikant", betonte Bresnik. Ein Finale auf der ATP-Tour hat der Australier aber noch nicht vorzuweisen. In Flushing Meadows hat Millman die zweite Runde noch nie erreicht.

Thiem ist beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres als einziger Österreicher im Herren-Einzel dabei. Bei den Damen schaffte Barbara Haas im dritten Anlauf in diesem Jahr erstmals die Qualifikation für ein Grand-Slam-Turnier. Nachdem die 20-Jährige bei den French Open und in Wimbledon jeweils in der dritten Runde gescheitert war, nahm sie bei den US Open auch die letzte Hürde. Haas setzte sich am Freitag in New York als Nummer 29 gegen die Slowakin Jana Cepelova (12) mit 6:2,6:4 durch.

Ihre Erstrunden-Gegnerin beim Grand-Slam-Debüt wurde der Oberösterreicherin erst später zugelost. Haas rangiert als Österreichs Nummer 2 in der Weltrangliste an der 140. Stelle und wird als einzige Österreicherin im Damen-Einzel vertreten sein.

Die Auslosung brachte zudem ein mögliches Halbfinale zwischen dem Weltranglistenersten Novak Djokovic und Rafael Nadal (4). Die beiden wurden in die gleiche Hälfte gelost. Bei programmgemäßen Verlauf würde der serbische Titelverteidiger im Viertelfinale auf den Kroaten Marin Cilic treffen, der zuletzt in Cincinnati den Titel geholt hatte.

Nadal bekäme es in der Runde der letzten acht mit Milos Raonic zu tun. Olympiasieger Andy Murray (2) trifft zum Auftakt auf Lukas Rosol aus Polen, sein möglicher Halbfinalgegner wäre der Schweizer Stan Wawrinka (3). Bei den Damen zog die topgesetzte Serena Williams ein "toughes" Los. Die 35-jährige US-Amerikanerin trifft auf die Weltranglisten-36. Jekaterina Makarowa aus Russland. Auf dem Weg ins Finale könnten außerdem Simona Halep (ROU-5) und Agnieszka Radwanska (POL-4) warten.

Williams könnte mit einem Triumph im Arthur-Ashe-Stadium mit dann 23 Grand-Slam-Titeln die deutsche Tennis-Legende Steffi Graf hinter sich lassen. Ein US-Open-Titel würde ihr auch mindestens die 187. Woche als Ranglisten-Führende bescheren - womit sie auch in dieser Kategorie Graf (186 Wochen Nummer eins) ablösen würde. Aber Williams weiß auch: Sie muss mindestens das Halbfinale erreichen, um ihre Top-Position nicht automatisch an die Deutsche Angelique Kerber zu verlieren.

Die als Nummer zwei gesetzte Kerber hat nämlich nach ihrem Drittrunden-Aus im Vorjahr wenige Punkte zu verteidigen und darf sich bei ihrem erneuten Angriff auf die Spitze der Weltrangliste über Losglück nicht beschweren. Die Australian-Open-Siegerin und Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von Rio trifft in der ersten Runde auf Polona Hercog aus Slowenien. Anschließend könnten Alize Cornet aus Frankreich oder Mirjana Lucic-Baroni die Gegnerinnen sein.