Erstellt am 01. Juli 2016, 11:23

Thiem freut sich nach Out auf "mein Bett". Nach ein, zwei freien Tagen in der Heimat beginnt der Lichtenwörther wieder seine Vorbereitung auf Hamburg. Rasen-Fazit des ÖTV-Stars ist positiv: "War super Zeit, viel besser als letztes Jahr."

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Mit dem Out in der zweiten Runde ist das Tennis-Grand-Slam-Turnier von Wimbledon für Dominic Thiem enttäuschend zu Ende gegangen. Trotzdem konnte der ÖTV-Star ein positives Rasen-Fazit ziehen. "Es war eine super Zeit, generell viel besser als letzes Jahr", sagte der Niederösterreicher. Das frühe Ausscheiden hat auch Positives: Thiem kann nach langer Zeit wieder ein paar Tage zu Hause verbringen.

Niederlage gegen Vesely: "Sein Service war mein größter Feind"

"Es hat nicht sein sollen. In den Tiebreaks habe ich einfach zu wenig gemacht und dann auch noch zu viele Fehler. Sein Service war mein größter Feind, falls ich dann einmal einen ins Feld returniert habe, habe ich schlecht in den Rallys gespielt. Jiri hat verdient gewonnen", blickte Thiem auch auf seiner Facebook-Seite noch einmal auf die hauchdünne 6:7(4),6:7(5),6:7(3)-Niederlage gegen Jiri Vesely zurück.

Ausgerechnet in seinem dritten und gleichzeitig wichtigsten Saisonrasenturnier nach dem Sieg in Stuttgart und dem Halbfinale in Halle lief es für Österreichs Nummer eins damit nicht nach Wunsch. Und das noch dazu jeweils in den Tiebreaks, in denen er diese Saison mit zuvor 18:10-Siegen (inklusive Davis Cup) eine deutlich positive Bilanz aufzuweisen hatte.

Für Vesely war es erst der zweite Erfolg gegen einen Top-Ten-Spieler im elften Duell. Der Ranglisten-64. zeigte überhaupt keine Nerven, servierte besser und setzte sich nach 2:45 Stunden auf dem Court 1 durch. "Ich hatte viel Selbstvertrauen in den wichtigsten Momenten, war da auch ruhiger, gelassener, und habe insgesamt ein sehr gutes Match abgeliefert", fasste der Tscheche zusammen. Als Belohnung geht es für ihn nun gegen den Portugiesen Joao Sousa um den Achtelfinaleinzug.

Mit Thiem verbindet Vesely nach wie vor eine Freundschaft. "Er ist ein super netter Typ, der sehr gut Tennis spielt. Er ist auch einer von drei Leuten, der Novak Djokovic heuer geschlagen hat, es gibt Schlimmeres als gegen den zu verlieren", so Thiem, der nach wie vor jener Spieler mit den meisten Match-Saisonsiegen auf der Tour ist.

Kein Punkteverlust: Auch 2015 war in Runde zwei Endstation

Insgesamt hatte der vierfache Saisonturniersieger nach der neuerlichen Zweitrundenniederlage bei den All England Championships gemischte Gefühle. "Natürlich wäre ich lieber noch ein bisschen dageblieben", sagte Thiem. Die Aussicht auf ein paar Nächte im eigenen Bett in der Heimat in Lichtenwörth sei aber auch nicht schlecht.

"Ich habe vor dem Turnier in München (Anm.: das Turnier begann am 25. April) das letzte Mal in meinem Bett geschlafen, deshalb muss ich ehrlich sagen, dass ich mich jetzt sehr darauf freue, eine Woche zu Hause zu sein", erklärte der 22-Jährige.

Aus sportlicher Sicht ließ Thiem eine große Chance liegen, wichtige Punkte für die Weltrangliste zu sammeln. Da er auch 2015 in der 2. Runde - 7:5,4:6,7:5,3:6,4:6 gegen den Spanier Fernando Verdasco - ausgeschieden war, verliert der aktuell Achte aber immerhin auch keine Zähler, hält weiter bei 3.175 Punkten. "Ich habe jetzt einige Punkte liegen lassen im Race und Ranking, das versuche ich jetzt natürlich in Hamburg wettzumachen", gab sich Thiem gleich wieder kämpferisch.

Bei der 110. Auflage des Turniers in der Hansestadt ist der Lichtenwörther ab 11. Juli der große Gejagte, steht er doch an der Spitze der Meldeliste. "Ich werde jetzt keine Ferien machen, vielleicht aber ein, zwei Tage nicht trainieren. Dann gibt es die Umstellung auf die andere Richtung, geht es auf Sand wieder los", sagte Thiem.

2015 war er in Hamburg nicht am Start gewesen, hatte zeitgleich in Gstaad den Turniersieg geholt. Beim Turnier am Rothenbaum bestreitet er die Generalprobe für sein Heimturnier in Kitzbühel, das in der Woche danach folgt. "Dort werde ich auch versuchen, den Verlust vom letzten Jahr zu kompensieren", sprach Österreichs bester Tennisspieler Klartext. 2015 war er im Halbfinale am Deutschen Philipp Kohlschreiber gescheitert.

Danach geht es für Thiem auf Hartplatz weiter. Seine Teilnahme am Masters-1000-Turnier in Toronto ist noch nicht sicher. "Ich weiß noch nicht, vielleicht werde ich da rausziehen", hielt sich der Rechtshänder alles offen. Fix ist hingegen, dass er während der Olympischen Spiele im mexikanischen Los Cabos antreten wird, als Vorbereitung auf das Masters-1000-Event in Cincinnati.